Krise im juli

Die Europäischen Nationen auf dem Weg in den I. Weltkrieg?

Ein Planspiel

 
 

Inhalt der Materialien

Einführung: Die Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges.


Krise im Juli

Mehrspieler-Modus:

Entwerft Ihr eine Friedensstrategie oder sind die Mobilmachung und der Krieg unvermeidlich?


Spielregeln, Spielzüge


Planspiel-Rollen:

Die Situation der kriegführenden Nationen im Sommer 1914

  1.     Deutsches Reich

  2.     Kaiserreich Österreich-
        Ungarn

  3.     Königreich Serbien

  4.     Republik Frankreich

  5.     Vereinigtes Königreich


Wissens-Check: Testfragen




DIDAKTIK

Metainformationen für Lehrende zum Einsatz der Einheit im Unterricht




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Verantwortlich für den Inhalt:

StR z.A. Roland Baumann, Wirsberg-Gymnasium Würzburg


veröffentlicht am:

30. August 2007


Bildquellen:

www.wikipedia.de




 
 

‚Entscheidung im Juli‘
Was du mit diesem Lernobjekt lernen kannst


Am 28. Juni 1914 fielen in Sarajevo, der Hauptstadt Bosniens drei Schüsse. Der bosnisch-serbische Student Gavrilo Princip erschoss mit einer Pistole den Thronfolger der österreichisch-ungarischen Monarchie, Erzherzog Franz Ferdinand.

Aus heutiger Sicht können wir nicht mehr ganz nachvollziehen, wie dieses Attentat in einem Winkel Europas, der von der ‚großen‘ Politik doch relativ weit entfernt war, die Völker des Kontinents in einen Weltkrieg stürzen konnte.

Den Menschen der damaligen Zeit, den so genannten Zeitgenossen war im Gegensatz zu uns zwar klar, dass dieser Mord schwerwiegende politische Folgen haben würde, allerdings hätten auch sie wahrscheinlich nicht geglaubt, dass die hektischen diplomatischen Aktivitäten, die die europäischen Politiker im Anschluss an die Tat entfalteten, zu einem vierjährigen Krieg führen würden, der mit bisher nie da gewesener Brutalität mehr als 15 Millionen Menschen das Leben kosten und die ‚alte‘ Zeit ein für alle Mal gewaltsam beenden würde.

Damit nicht genug. Der Erste Weltkrieg, der im August 1914 ausbrach wird von vielen Historikern als ‚Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts‘ bezeichnet, da seine Ergebnisse bereits den Keim zum später folgenden und noch verheerenderen Zweiten Weltkrieg in sich getragen hätten.


Im Juli 1914 musste die europäische Politik und Diplomatie die Entscheidung über eine Lösung der durch das Attentat hervorgerufenen Krise finden. Würde man sich auf eine friedliche, einvernehmliche Lösung einigen können, oder mussten die Waffen sprechen, um die Mordtat zu bestrafen. Die zweite Alternative trat in der historischen Realität schließlich auch ein und zog alle europäischen Staaten und ihre Armeen aufgrund ihrer jeweiligen Bündnisverträge in den bewaffneten Konflikt hinein.

Im vorliegenden Planspiel ist diese Entscheidung jedoch noch offen. Auf der Basis entsprechender Informationen über die politische und wirtschaftliche Lage wichtiger europäischer Staaten und vor dem Hintergrund Deines Wissens über das Attentat von Sarajevo sollst Du entweder alleine (im Einzelspielermodus) eine Friedensstrategie finden, die den verantwortlichen Politikern der damaligen Zeit aufzeigt, wie sie das Problem ohne Blutvergießen eventuell hätten lösen können.

Im Planspielmodus spielen mehrere Gruppen gegeneinander. Jede Spielgruppe vertritt in der Simulation die politischen Interessen je eines beteiligten Staates und versucht durch diplomatische Mittel eine Lösung in ihrem Interesse zu erreichen. In der politischen Auseinandersetzung wird sich eine Entscheidung herauskristallisieren. Diese wird unterschiedlich ausfallen - je nachdem ob ihr Eueren nationalen Leidenschaften freien Lauf lasst - und Europa und die Welt in einen vernichtenden Krieg stürzt, oder ob ihr Euch vielleicht doch auf eine vernünftige Friedenslösung einigen könnt. Euere Analyse, euere Meinung, euer Verhalten entscheidet.


Am Ende steht die Erkenntnis, dass die europäischen Nationen im Juli 1914 nicht - wie später vielfach behauptet - in den Ersten Weltkrieg schuldlos und ohne Zutun „hineingeschliddert“ sind, sondern dass die große Katastrophe das Ergebnis politischer und diplomatischer Handlungen der verantwortlichen Regierenden und der nationalistisch begeisterten Völker waren.

Du kannst mit diesem Planspiel lernen, dass Politik immer von Menschen gemacht wird und nicht wie ein Naturereignis von alleine losbricht. Diese Erkenntnis bringst du in Zusammenhang mit einer wichtigen Entscheidungszeit im Juli 1914 und lernst somit die Enstehungsursachen des Ersten Weltkrieges aus einer anderen Perspektive kennen.