Sie waren jung, sie waren schön

Und machten gern so manchen Hüpfer –

Jetzt sind sie runter von den Höh’n

Und nennen sich: Die Altenknüpfer

 

Gemeinsam statt einsam

Von Ulrich Viefhaus  Alle reden inzwischen von Netzwerken: Wir haben bereits eines geknüpft. Neue Nachbarschaften sei das Gebot der Stunde, heißt es von vielen Seiten: Bei uns hat diese Zukunft schon begonnen. Das Mehr-Generationenhaus als zukünftige Wohnform – alt und jung unter einem Dach: In unseren „Stadtvillen“ Helene-Lange-Straße 37 + 39 ist das seit Bezug der 20 Wohnungen vor über fünf Jahren Realität.

Mit dem „Betriebsklima“ in unseren beiden Häusern sind alle Bewohner zufrieden. Das ist kein Wunder, denn eine gute Wohngemeinschaft beginnt, zumindest beim Neubau, vor dem ersten Spatenstich. So haben sich auch die meisten der damals zukünftigen Bewohner schon früh, d.h. lange vor der ersten Eigentümerversammlung kennen gelernt.

Inzwischen hat sich in dieser Wohngemeinschaft ein kleines aber feines Netzwerk etabliert, das sich die Altenknüpfer nennt. Eine Seniorengruppe aus elf Menschen zwischen 60 und 75 Jahren waren und sind der Meinung, dass die gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe demnächst, vielleicht schon morgen, ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität werden könnte. Sozialen Dienstleistungen, Notwendigkeit der Erweiterung bzw. Bildung des präventiven Bewusstseins des/der Betroffenen sind nur einige der inzwischen allgegen-wärtigen Stichworte für die Gründung nachbarschaftlicher Selbsthilfegruppen.

Wie man das macht? Haben Sie sich bei ihrem Einzug Ihren Nachbarn vorgestellt? Oder haben Sie lieber erst mal abgewartet? Worauf haben Sie dann gewartet? Haben Sie schon mal mit dem Briefträger gesprochen? Haben Sie sich schon mal um etwas gekümmert, für das Sie eigentlich gar nicht verantwortlich sind? Haben Sie möglicherweise schon einmal mit Ihrem Nachbar überlegt ob Sie für Ihre 23, 38 oder auch 55 qm Rasenstück gemeinsam einen Rasenmäher benutzen könnten? Lassen Sie auch mal Nachbarskinder auf Ihrem oder dem gemeinsamen Grundstück spielen? Hatten Sie überhaupt damit gerechnet, dass Nachbarn auch Kinder haben? Haben Sie immer zugehört, bevor Sie wütend wurden? Waren Sie schon einmal auf dem Stadtteilfest? Haben Sie vielleicht schon einmal einem Nachbarn etwas angeboten, was Sie sonst zum Warentauschtag bringen? Und nun können Sie den Fragenkatalog nach Lust und Laune erweitern und ergänzen. Oder noch besser: die Fragen beantworten.

Wen das Zukunftsmodell Altenknüpfer interessiert, kann gerne bei uns nachfragen, links und rechts von unserer Nacktschneckensammlerin, die seit der Landesgartenschau unsere Grünanlage sauber hält, unsere Garageneinfahrt bewacht und nicht zuletzt mit ihrer verbeugenden Haltung unsere gastfreundliche Nachbarschaft symbolisiert.




Die Nacktschnecken-Sammlerin,
Holzplastik von Birgit Rehfeldt, Höhe 1,80 m

 

Balle, Pia

Kontakt        Rundbrief         Info Ostfildern          Scharnhauser Park         VVS Stuttgart

Knörzer, Brigitte und Hans

Köhler, Günter und Gisela

Sendler, Elke und Claus

Viefhaus, Erika und Ulrich

Wörtmann, Sonja und Jürgen

Aktivitäten der Altenknüpfer im Scharnhauser Park

Ein loser Zusammenschluss in diesen zwei Häusern (Helene-Lange-Str. 37 und 39) mit je 10 Wohnungen für Mitbewohner um 60 und aufwärts (zurzeit 5 Ehepaare und eine Witwe).

Es begann mit einem monatlichen Früh-stück reihum, samstags von 9 – 11.30 Uhr.


Was tun wir außer frühstücken?

Austausch über besondere Artikel, Radiosendungen, TV, Bücher zumeist unsere Zukunft

betreffend; oft auch einen Impuls; Überlegungen wie z.B. Gäste einzuladen, oder es werden

auch Aktivitäten vorgeschlagen z.B.:


Thema Alter

Pflegetag mit der Sozialstation

Erste-Hilfe-Kurs

ADAC-Senioren-Sicherheitstraining

Liste mit Verwandten, die zu informieren sind ?

Sich um Mitbewohner kümmern ( evtl. Hilfe einfordern, nicht nur anbieten )


Infos und evtl. Veranstaltungen zu

Pflegebedürftigkeit

Demenz

Tagespflege

Hospiz

Schlaganfallstation im Krankenhaus Ruit

Neue Wohnformen im Alter

Wabe (Generationenübergreifendes Wohnen)

Mittagessen in den Treffpunkten

Diskussion über ökologischen und kostengünstigeren Strom und Telefonanbieter


Kulturelles

Theaterbesuche

Ausstellungen (z.B. Staatsgalerie, Weißenhof, Theodor-Heuss-Haus, Sammlung Domnik …)

Stadtspaziergang

Haus der Geschichte


Sportliches

Einige gehen wöchentlich schwimmen

Ostfildern rollt


Gäste zum Frühstück

Frau Hafner (Altenhilfefachberaterin für Landkreis Esslingen)

Frau Sonnet-Fuchs (Leitstelle für Ältere in Ostfildern)

Pfarrerin Frau Bosien

Journalisten

Andere Mitbewohner aus den zwei Häusern

Besuch einer Mitarbeiterin vom Augustinum


Zusammenwirken mit der Hausgemeinschaft

Jährliches Hausfest (zum Teil mit „Putzete“) im Gemeinschaftsgarten

Besuch des Esslinger Weihnachtsmarktes

Gelegentlich das Zwiebelfest

Waschküchenfest immer am 5. Januar mit Jahresrückblick und Multikulti-Buffet. Da wir keinen Gemeinschaftsraum haben, schmücken wir die Waschküche und alle Bewohner, die teilnehmen können, bringen etwas Kulinarisches. Bei uns haben einige Bewohner Emigrationshintergrund (aus der Türkei, Russland, ehemaliges Jugoslawien)

Türkisch / deutsches Brunch in Esslingen, Dieselstr.

Spontanes Walking

Kleinere Radtour

Wanderung

Was machen eigentlich die Altenknüpfer?

Von Ulrich Viefhaus In den SchaPaNews 2007 haben wir Sie über uns informiert: Die ALTENKNÜPFER, ein kleines, aber feines Nachbarschaftsnetzwerk aus elf Senioren zwischen 60 und 77 Jahren. Heute möchten wir darüber berichten, was wir im Einzelnen, jeder für sich, für die Gruppe und auch für das Gemeinwesen so alles machen.

Vor allen gemeinsamen Aktivitäten bemühen sich natürlich alle, jeder nach seinen Kräften, möglichst gesund und fit zu bleiben. Wichtigste Prävention dafür ist bekanntlich die körperliche und geistige Bewegung bzw. Beweglichkeit. Daher treiben wir, entweder jeder für sich oder zu mehreren, diese "Sportarten" :

-  Schwimmen im Nellinger Hallenbad incl. Wassergymnastik
-  Joggen und Walken durch den Scharnhauser Park, mit und ohne Stöcke, vorwärts und rückwärts (tatsächlich geht einer von uns kurze Wegstrecken rückwärts, warum wohl?)
-  Tennis, Radfahren, auch über mehrere Tage, Sport in der Schulhalle

  1. - Training in Fitnesszentren

    Nun folgt eine Auswahl von gemeinsamen Aktivitäten und Unternehmungen:
    -  Einmal monatlich reihum gemeinsames Frühstück mit entsprechend "lauter Kommunikation" und    Austausch der "Neuigkeiten". Hierzu werden auch andere Hausbewohner und gelegentlich Referenten zu einem altersspezifischen Thema eingeladen, wie z.B. Pflegebedürftigkeit, Demenz, Depression etc.

    Folgende "Weiterbildungskurse" haben wir bisher absolviert:
    -  Erste-Hilfe-Kurs des DRK
    -  Pflegekurs mit der Diakoniestation
    -  Selbstbehauptungskurs für Senioren, eine Kooperationsveranstaltung der Polizeidirektion Esslingen und des KSV in Mettingen
    -  Senioren-Sicherheitstraining des ADAC
    -  Auch auf unserm Programm standen diverse kulturelle Veranstaltungen und zahlreiche Museumsbesuche

       Last but not least: Die ALTENKNÜPFER beschäftigen sich natürlich nicht nur mit sich selbst bzw. knüpfen nicht ununterbrochen an ihrem Netzwerk. Wir sind alle auch bürgerschaftlich engagiert und leisten freiwillige Dienste für das Gemeinwohl.
    Hier eine Auswahl:
    -  3 Altenknüpfer sind Mitglied bei den SchaPanesen (Ältere Mitbürger     sind hochwillkommen!)
    -  Vorlesen bei Senioren und im Kindergarten, Mitgliedschaft bei der Freiwilligenagentur Fenster
    - In den Bürgergärten: anlegen, Bearbeitung und Pflege des Bunten Staudenfeldes und verschiedener „Baumscheiben“, Betreuung und Aufsicht über das Labyrinth, schneiden der Laubengänge im Bibelgarten, regelmäßiges Müll-Sammeln auch auf dem Spielplatz
    -  Austragen von Gemeindebriefen der Kirchengemeinden
    -  Sprach- und Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder, Babysitten in der Nachbarschaft
    -  Beteiligung am Runden Tisch: Behinderte im WOHNHAUS
    -  Teilnahme am Vorbereitungsgesprächskreis für das geplante NACHBARSCHAFTSHAUS
    -  Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit in der Schutzgemeinschaft Filder, mit deren Hilfe bekanntlich die 2. Flughafenstartbahn verhindert wurde