Was ausserhalb der Eidgenossenschaft schon seit geraumer Zeit Einzug hält... schafft langsam, aber sicher den Sprung über die Alpen.
Als würde sich die Prognose des "Schreibenden" bestätigen. Mit dem Geschäftsführer einer Fachfirma für optische und akustische Ausrüstungen von Einsatzfahrzeugen aller Art, namentlich AGB Sonics AG, aus Bassersdorf ZH, hatte ich schon amüsante, gleichgesinnte Diskussionen, betreffend der LED-Entwicklung für Einsatzfahrzeuge. Wie nun der Stand der Dinge zeigt, wird die LED-Technik nun auch vermehrt Einzug, bzw. Integration in CH-Blaulichtbalken haben.
Bei der Ausstellermesse"Suisse Public 05'" in Bern, zeigte sich nun schon die mittelfristige Entwicklung bei diversen Vertreter/Entwickler dieses Faches ab.
Hier ein kleiner Auszug der Suisse Public 05 und Prognosen für die Zukunft (selbstverständlich wie immer ohne Gewähr).
LED (Licht Emittierende Dioden) mit diesen 3 Buchstaben werden wir tagtäglich konfrontiert, bewusst oder unbewusst. Sei dies nun in Form von Verkehrssignalisationen, der Fahrzeugindustrie (Blinker, Schluss- sowie Bremsleuchten) etc. etc.
Wussten Sie, dass die frühere Wahrnehmung des LED-Bremslichts durch den nachfolgenden Fahrer zum Beispiel bei einer Fahrgeschwindigkeit von 100 km/h (und ansonsten vergleichbaren Bedingungen) zu einem um etwa 5,5 Meter kürzeren Anhalteweg führen kann. Die Leuchtdioden halten ein Fahrzeugleben lang, verbrauchen um bis zu 50 Prozent weniger Energie und benötigen nur eine geringe Bautiefe. Das menschliche Auge nimmt das Licht der LED "schneller" wahr, als das erzeugte Licht herkömmlicher Glühbirnen.
Gute Gründe, sich für die LED Technik zu entscheiden: hoher Wirkungsgrad, stoß- und vibrationsfest (Fahrzeugtechnik), geringerer Energiebedarf im Betrieb, geringe Wärmeentwicklung, nahezu unbegrenzte Lebensdauer der Lampe, keine Wartungskosten, kann nicht implodieren, plötzlicher Ausfall ist unwahrscheinlich, präzise Lichtlenkung auch ohne zusätzlichen Reflektor möglich - definiertem Abstrahlwinkel.
Was spricht dagegen: negativ wirken sich die hohen Anschaffungspreise für Blaue Hochleistungs-LED aus (hohe Stückkosten). Die angestrebte Effizienz ist noch nicht erreicht... Wer jedoch nach Ökonomischem-Prinzip denkt und die höheren Anschaffungskosten auf sich nimmt, der hat langfristig eine kostengünstige Wahl getroffen.
Fehlende Matrix im Lichtbalken kein Problem. Die Frontmatrix kann je nach Fahrzeugtyp an der Sonnenblende des Beifahrers montiert werden. Die heutigen Generationen der Matrixen in Doppelschrift (siehe AGBsonics) durchleuchten selbst stark verdunkelte Heckscheiben von Einsatzfahrzeugen. Die Frontmatrix die z. B. an der Sonnenblende des Beifahrers moniert werden, sind so auch in ideal erkennbarer Höhe angebracht. Der Innenrückspiegel des vorausfahrenden Fahrzeuges und die Anbringung an der Sonnenblende des Einsatzfahrzeuges bilden so fast eine identische Horizontale (je nach Fahrzeugtyp). Bei Matrixen, welche im Blaulichtbalken verbaut sind, ist es unabdingbar einen Mindestabstand von ca. 10 Meter einzuhalten (Innerorts bzw. örtlich und geschwindigkeitsabhängig). Es kann natürlich vorkommen das man als Funktionär/in diesen Umstand vergisst und sich dann über den oder die Vorausfahrende/n wundert, warum er/sie dieses eindeutige Zeichen nicht wahr nimmt (Der/Die Anzuhaltende muss halt aber auch die nötige Möglichkeit dazu haben, um die geforderte Anweisung ab der Matrix lesen zu können). Der einzige Nachteil an der Anbringung an der Sonnenblende ist wohl der Umstand, dass sich der Beifahrer mit seiner Übersicht nach vorne etwas arrangieren muss.
Die Firma AGB Sonics AG ist die Schweizerische Adresse, für den momentan flachsten LED-Balken in Europa. Das Meisterstück wird von der Firma LaSonora, im norditaliensichen Garbagnate Milanese hergestellt, die Firma gibt es übrigens schon seit 1911. Der LED-Balken von LaSonora ist technisch durchdacht. Saubere Anschlüsse im Innern, die Kabelführung vom Dachhimmel in den Balken - erfolgt durch eine innenliegende Kanalführung im Blaulichtbalkenträger. Der bei manchen Blaulichtbalken gefürchtete "Tropfsteinhöhlen-Effekt" bleibt aus, denn dieser wird durch eine Art Luftmembrane (Lüftungsvorrichtung) verhindert. Die Leuchtstärke ist schon erstaunlich für so einen flachen Blaulichtbalken. Tja, die Leuchtstärke der angesetzten Front- und Seitenscheinwerfer ist schon beachtlich, aber... nun müssten solch starke Scheinwerfer noch in den Balken integriert werden können und der flachste Blaulichtbalken ist perfekt. Optional kann er mit einem demontierbaren und funkferngesteuerten Suchscheinwerfer von SIRENA geordert werden. Links, zentriert oder rechts montiert. Ideal für eine provisorische Ausleuchtung eines Unfallplatzes, Absuchen von höheren Objekten, Wald etc., man nehme die Funkfernbedienung mit und kann sich so seinen Weg ausleuchten.
Die Firma MartyAG präsentierte sich unter anderem mit den Modellen VISTA, Arjent und einem modifizierten P8000er (LED). Die Produkte der MartyAG stammen von Federal Signal Corporation, in Illinois USA, diese wird grundsätzlich in Europa durch die "Tochterfirma" VAMA, in Barcelona vertreten. Nimmt man zum Beispiel die P8000er Modelle, einem zeitlos schönen Blaulichtbalken, von MartyAG, stellt man fest, dass diese grundsätzlich fast endlos modifiziert werden können, LED-Gelbblinker, Xenonfrontscheinwerfer etc. Bei dem ausgestellten Modell des P8000er-Blaulichtbalkens mit den integrierten Sputnik-LED kann man sich natürlich fragen warum blauleuchtende LED nochmals durch eine blaue Haube gefiltert werden müssen. Der Seitenscheinwerfer bzw. der Ausleuchtungswinkel wird nun stark von den 4 umliegenden Sputnik-LED eingeschränkt (Um die genauen Lichtwerte ausmessen zu können, müssten wir mal den Balken bei Nacht ansehen und testen können, da halt die Lichtverhältnisse während einer Messeausstellung jeweils sehr ausgewogen sind). Das Modell VISTA, wie auch die P8000er Modelle, überzeugen jedoch in deren Multifunkionalität (LED, Xenonblitzer, LED-Blinker, Scheinwerfer und Matrix in einem). Eines der wohl kompaktesten Allround-Bedienteile für Sonderanlagen ist derzeit bei MartyAG erhältlich. Sämtliche Bedienfunktionen zum Blaulichtbalken (Blaulicht, Zusatzfrontblitzer, Matrix, Warnblinker, Front-/Seitenscheinwerfer und sogar das "Mikro" inklusive Lautstärkenregler) können darüber angesteuert werden und bleibt dabei aber klein und handlich.
Hella tut sich schwer vom Image der (mit Verlaub) benzinfressenden RTK-Blumenkisten wegzukommen. Seit ca. gut einem Jahr werden diese zusätzlich mit einem windabweisenden Spoiler ausgeliefert. Wahrscheinlich stimmt der Absatz an die Bundesländer mit den "Blumenkisten" immer noch oder in den Lagerhallen von Hella gilt das Motto "alles muss raus"? Mit dem RTK-QS wird jedoch eine aerodynamische Variante mit sauber verbauten Seiten-/Frontscheinwerfern angeboten. Auf jeden Fall hat nun Hella einen Prototyp für ein Einsatzfahrzeug, versehen mit kniffligen Ideen. Ok, wartens wir mal ab. "Hella schlägt zurück - Episode 2007/8 ?"
Volvo Schweiz AG präsentierte unter anderem die Modelle V50/70 sowie den XC90 in Silber, letzterem wurde der flache LED-Balken (AGBsonics) improvisiert draufgesetzt. Entweder stand Volvo Schweiz AG unter Zeitdruck oder es wurde an der Präsentation gespart? In mindestens einem kommunalen Polizeikorps ist der XC90 auf jeden Fall schon als angeschriebenes Polizeifahrzeug im Einsatz und entpuppt sich als ideales Polizeifahrzeug und als "kleines" Platzwunder.
BMW Schweiz AG zeigte als angeschriebene Polizeifahrzeuge den X5, den neuen 5er-Kombi und die neue 3er-Limousine (in Silber). Weiter präsentierte BMW noch 2 Motorräder (650er GS, sowie eine neutrale Maschine mit integriertem Video-Nachmessgerät & selbstverständlicher Sonderanlage), die neutrale Version stand im übrigen für Behörden als Vorführmodell zum Verkauf an, "Wer schnell aber entschlossen handelt" könnte hier durchaus die Ersparnis am Budget irgendwo anders einsetzten. Wem der X5 als politisch nicht vertretbar erscheint, dem steht noch der X3 zur Verfügung. Dem X3 mag man zwar den kleinen Bruder des X5 nachsagen... aber was zumindest das Raumangebot angeht, verbucht hier der "Kleine" die grossen Pluspunkte. Ich empfehle die 3 Liter Motoren Diesel oder Benzin, denn mit bestimmt 200 Kg Zusatzlast, im Heckmaterial, ist z.B. bei erforderlichen Überholvorgängen jederman froh genügende Reserve aus dem Triebwerk zu erhalten. Mit Spannung erwarten wir die ersten Tests des, voraussichtlich im Herbst 05' kommenden, 5er BMW mit Allrad (Gut Ding will Weile haben und BMW lies sich aber schon viel Zeit für die schon lange erwarteten 5er mit "X").
Silberne Polizeifahrzeuge sind bestimmt eine kluge Wahl für Polizeikorps die es noch fertigbringen, diese bis spätestens dem 1. Oktober 2005, in Verkehr zu setzen. Im Gegensatz zu Polizeifahrzeugen mit weisser Grundfarbe, lassen sich silberne Einsatzahrzeuge (nach berechnetem rollenden Fuhrpark) besser verkaufen; als "Neutrale" einsetzen; oder anderweitig outsourcen. Was einige Stellen vielleicht entgangen ist: Ab dem 1. Oktober 2005 gilt eine neue SVG Änderung "Fahrzeuge der Polizei, Feuerwehr und Sanität, die mit Blaulichtern und wechseltönigem Zweiklanghorn (Art. 78 Abs. 3 und 82 Abs. 2) versehen sind, dürfen mit luminesziernter, fluoreszierender oder retroflektierender Farbe gekennzeichnet sein. Bei Farzeugen der Polizei hat diese Kennzeichnung mit rotoranger Farbe(z. B. 3M Scotchcal-Farbfolie 34849) auf weissem Grund zu erfolgen." Die Bestimmungen des geänderten Artikels 69 Absatz 3 gelten, für Polizeifahrzeug, die ab dem 1. Oktober 2005 neu in Verkehr gesetzt werden. Dieser Änderungsvorschlag wurde von der KKPKS erfolgreich eingereicht. Über den Nutzen dieser SVG-Änderung darf man natürlich geteilter Meinung sein.
LED-Prognose: Die LED-Technik wird sich früher oder später, in Bezug auf die Integration in die Blaulichtbalken, durchsetzen. In der Gemeinde Middelkerke, Belgien, wurden unterdessen schon die ersten Raydian (LED Cuda o. Solaris) Modelle von Federal Signal in Betrieb genommen. Leider wird dieses Modell in der Schweiz noch nicht vertrieben, dies hängt womöglich mit den hohen Beschaffungskosten zusammen. Aber auch diese Preise werden irgendwann fallen... Das obengenannte Modell können Sie sich übrigens bei der Homepage von Federal Signal ansehen, die aktuelle Preisliste ebenso. In den USA erhält man diesen Balken z.Z für so ungefähr 5000 US Dollar. Als europäischen Preisvergleich empfehle ich Ihnen die Seite von Rauwers.be dort können Sie sich auch direkt mal den beschriebenen LED-Balken von Federal Signal, montiert auf einem belgischen Einsatzfahrzeug, ansehen. Polizeikommissar Ronald Vandergunst von Middelkerke ist übrigens mit der neuen Technologie äusserst zufrieden. Gemäss schriftlicher Bestätigung konnte sogar auf die 2. Fahrzeugbatterie verzichtet werden. Es sei bei längerer Verwendung der Funktionen des LED-Lichtbalkens auch kein Laufenlassen des Motors erforderlich, auch bei mehrstündiger Verwendung. Die LED-Blaulichtbalken sind seit gut einem Jahr in Middelkerke im Einsatz, Ronald Vandergunst äusserte sich mit grosser Zufriedenheit über diese Anschaffung.