Music Biographies
 
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Was ist das Hauptanliegen?
Unser Ziel besteht darin, Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten für Forschung und Praxis zu sammeln, bereitzustellen, zu entwickeln, auszuwerten und umzusetzen, um musikalische Ressourcen in der Arbeit mit Menschen ab 60 einzusetzen. Das wichtigste Instrument ist dabei eine Methode aus der qualitativen Forschung, das Sammeln musikalischer Biographien in Form von Erzählungen (Aldridge 2005).
Eine auf die Ausbildung bezogene Zielkomponente ist generationsübergreifend; wir möchten junge Forscher (Schüler der letzten Schuljahre, Studenten und Collegestudenten) einsetzen, die jeweils Kontakt zu (einem oder mehreren) alten Menschen aufnehmen und im persönlichen Gespräch qualitative Daten erfassen.
Das Projekt umfasst auch die Schaffung eines Online-Portals für Forschung und Veröffentlichung von Informationen und einer Lernplattform zu MUSIC BIOGRAPHIES zur Unterstützung der klinischen Praxis, mit offenem Zugang für Patienten, Betreuer und Forschende. Sie erhalten das Angebot einer Schulung in qualitativen Forschungsmethoden oder einfach in grundlegenden Kommunikationstechniken. Dies kann auf der Ebene der schulischen Oberstufe oder eines College erfolgen und in Ausbildungscurricula als spezielles Modul für die Arbeit mit alten Menschen im Gesundheitswesen, in Beschäftigungstherapien oder Pflegeausbildung eingefügt werden, als Modul in Musikethnologie oder auch als Modul in qualitativer Forschung. Auf Schulebene eignet sich das Projekt für Lernende, die sich für Gesundheits- und Pflegeberufe interessieren oder ein Projekt der Lokalgeschichte, ein Musikprojekt oder eines im kommunalen Bereich erarbeiten wollen. 
Das Material, das wir sammeln, wird anschließend analysiert und zu einer Website mit einem integrierten Online-Magazin zusammengestellt.
 
MUSIC BIOGRAPHIES baut auf der aktuell vorhandenen Expertise aus multidisziplinärer Perspektive auf und umfasst die Geisteswissenschaften – Anthropologie und Musik; Musikerziehung und Musiktherapie; Medizin, Pflege- und Betreuungsberufe.
Folgende Ziele werden im Verlauf des Pilotprojektes über ein Website-Portal angestrebt:
    •    Information über musikalische Biographien
    •    Musikalische Ressourcen; Repertoires an Musik, praktische Intervention; Tipps und Hinweise zum Einsatz von Musik mit Audio- und Videomaterial auf der Grundlage der Erforschung musikalischer Biographien
    •    Eine international koordinierte Ausbildungsplattform (e-learning) mit aktuellen Informationen zum Einsatz musikalischer Mittel in der Praxis
    •    Ausbildung/Schulung für Projektteilnehmer und Anwender
 
 
 
 
 
Beispiele
Ingrid Korn
Es kam nach meinem kurzzeitigen Gesangsunterricht mit 15 Jahren eine längere Familienpause, in der ich meinen Sohn großgezogen habe. Als ich Ende 30 war und wieder einmal ein wenig mehr Zeit für eines meiner größten Hobbys, die Musik, aufwenden wollte, wandte ich mich an meine zuständige evangelische Gemeinde. Nach einer längeren Anlaufzeit kam tatsächlich etwas zustande –  Akkordeonmusik und Gesang an einem Seniorennachmittag.
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Karl Vogelmann

Woran erkenne ich ein Lieblingslied?
Ich singe (sang), summe, pfeife es vor mich hin,
ich kann (konnte) es nicht oft genug hören,
hören und singen weckt(e) in mir heftige Gefühle, Hingabe, Begeisterung, Glück, Wehmut
Durch solche Wertungsgesichtspunkte ausgezeichnete Lieder rief ich mir in Erinnerung.
Dabei hielt ich erschrocken inne. 
Ich bin Jahrgang 1934. Als Zehnjähriger kam ich selbstverständlich zum Jungvolk, wurde Pimpf, bekam Uniform, Braunhemd, Schulterriemen.
Noch habe ich das Lokal vor Augen, in das mich meine Mutter zur Anmeldung begleitete.
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