Persönlich kenne ich wenig Leute, die Lust zum Reisen haben, nachdem sie mehr oder weniger gerade erst umgezogen sind. Mir ging´s genauso - und mit dem Bus rumzugurken bei ab 16.00 Uhr hereinbrechender Dunkelheit macht sowieso keinen großen Spaß. Warten auf den Frühling also - und bis dahin? Reisen mit dem Finger auf der Landkarte oder einen Song schreiben - oder auch: einen uralten Song etwas umschreiben und den dann endlich mal einspielen und -singen. Für den Winter ein super Projekt. „Im Sommer fahren wir nach Italien“ heißt das Werk und ist so alt, dass es - wäre es ein Mensch - vermutlich schon einen Führerschein besitzen würde.
Die einen (Test-)Hörer sagen und sagten (auch schon vor Jahren!), der Song sei ein bisschen so was wie ein Schlager, die anderen meinten, er sei ein extrem seltenes (und wertvolles!) Exemplar einer bisher zu Unrecht total unterbewerteten Gattung unglaublich wegweisender Protestsongs! So subtil allerdings, dass man die sozialkritische Message des Songs so rein intellektuell eigentlich kaum noch erfassen, sich dafür aber auf der basal vegetativen Ebene jener gewissen postmaterialistisch befreienden Wirkkraft so gut wie gar nicht mehr entziehen könne (das Stimmenverhältnis in meinem Bekanntenkreis ist übrigens folgendermaßen: die „einen“, das sind insgesamt drei, die Gegenfraktion der „anderen“ besteht aus einem, mich mitgerechnet).
Da der Song (meinetwegen) nicht unbedingt radiotauglich zu sein braucht, muss er ja auch nicht nach drei Minuten dreißig gleich wieder in die Knie gehen (ein Radio-Edit gibt´s nur auf Anfrage). Aus ihm ist also ein Sechsminuten-Riemen geworden, der allerdings nach hinten raus immer wieder mit (subtilen!) Überraschungen aufzuwarten hat. Viel Spaß beim Hören!