Schweißtreibend und matschig

War das ein Wetter am Wochenende! Bei strahlendem Sonnenschein haben wir die Gelegenheit genutzt und sind schon mal einen Großteil der Wege abgefahren, die wir bei unserer „Weinbergswanderung“ Mitte April unter die Räder nehmen wollen. Kaum im Programm, war diese Tour auch schon ausgebucht. Vielleicht gibt es noch eine Wiederholung im Herbst, ansonsten eine Neuauflage im nächsten Jahr.

| Wochenende, 9. bis 11.3.2007

Einmal durch Rheinhessen

Da wir so selten wir möglich mit Fußgängern, Radfahrern, Hundebesitzen, Joggern, Skatern oder Rollerbladefahrern in Konflikt kommen wollen, haben wir eine Route ausgearbeitet, die häufig weg von den asphaltierten Wegen, mitten durch oder zumindest entlang der Weinberge führt. Viele dieser schmalen Pfade, über die auch Traktoren rollen, sind mit Gras bewachsen, was eine behutsame Gashand erfordert.

Am Freitagnachmittag war das alles kein Problem. Die meisten Wege waren trocken und da wo es Pfützen gab, konnten diese langsam durchfahren werden. In der Nacht zum Samstag aber hatte es heftig geregnet. Jetzt waren die grasbewachsenen Pfade rutschig und die unbefestigten Wege verschlammt. Herrlich, oder? Endlich eine Herausforderung – über staubtrockene Wege fahren kann ja jeder ...

Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass der Matsch von ziemlich zäher Konsistenz und das Profil der Reifen demnach ruckzuck zu war. Quasi mit Slicks durch die Weinberge zu fahren, war ein ganz neues Gefühl.

Doch es sollte noch besser kommen! An einem harmlos scheinenden Weg ging mit Speedys Dominator plötzlich gar nichts mehr. Der Schlamm hatte sich zwischen Schutzblech und Reifen festgesetzt, so dass das Vorderrad blockierte und das Hinterrad ausbrach. Irgendwo musste die unbändige Kraft der Einzylinders ja hin.

Mit vereinten Kräften und ziemlich schwitzend habe wir die „Domi“ auf den nächsten Weg geschoben und kurzerhand das vordere Schutzblech abmontiert. So ließ es sich zumindest weiter fahren, wenngleich Michael jetzt die Pfützen mit deutlich weniger „Speed“ durchfuhr.

Eine Strecke von gut 50 Kilometern hatten wir uns vom Frühstück bis zum Mittagessen vorgenommen – nach drei Stunden herrlicher „Quälerei“ und knapp 30 Kilometern Wegstrecke sind wir kurzerhand auf den „Asphalt“ ausgewichen, um wenigstens gegen halb zwei nahe Ingelheim in einem netten Lokal am Berg einkehren zu können.

Nach dem Essen ging es dann querbeet Richtung Bad Kreuznach und nach der Kaffeepause, bei bereits einbrechender Dunkelheit, auf relativ direktem Weg zurück zum Hotel. Wenn die Sonne untergeht, wird’s in Rheinhessen Mitte März doch reichlich frisch und so waren wir froh, gegen 19 Uhr – mit fast leerem Tank und einem kleinen Loch im Bauch – unseren Ausgangspunkt wieder zu erreichen.

Die Nacht war kalt, so dass am nächsten Morgen eine dünne Schicht Raureif die Sitzbänke überzog. Nach einem ausgiebigen Frühstück aber war die Sonne wieder da und wir konnten zum zweiten Teil der Weinbergswanderung aufbrechen. Auch hier erwies sich so mancher Weg als besondere Herausforderung: am Steilhang mit durchdrehendem Hinterrad stehen zu bleiben ist schon ein ganz besonderes Erlebnis. Aber ein bisschen Quälerei muss sein, sonst wäre es ja langweilig, oder?

Unterwegs haben wir übrigens nur freundliche Winzer und interessierte Spaziergänger getroffen. Das macht Hoffnung auf die Tour im April.

Eine kleine Diashow mit ausgewählten Bildern findest Du unter dem Stichwort Enduro-Vortour im Fotorückblick. Zudem gibt es ein paar lustige Videoclips.

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