Drei Tage im Waldecker Land

Ein letztes Mal wollten wir in diesem Jahr zusammen Motorrad fahren. Im „Goldenen Oktober“ an den Edersee – das war das Ziel. Hier, im Waldecker Land, warteten herrlich kurvenreiche Straßen auf uns sowie ein tolles Hotel mit leckerem Essen. Denn nach den abwechslungsreichen Tagestouren wollten wir uns des abends so richtig verwöhnen lassen.

| Freitag, 19.10.2007

Einmal an den Diemelsee

Punkt 16 Uhr starteten am Freitag die Motoren. Die meisten Teilnehmer waren bereits eingetroffen, so dass wir zu einer ersten, gut 80 Kilometer langen Runde aufbrechen konnten. Durchs „Upland“ ging es an den Diemelsee. Das „Upland“ - auf Hochdeutsch würde man Oberland sagen - ist der nordöstlichste, überwiegend zu Hessen gehörende Teil des Rothaargebirges und wird unter anderem von der Diemel durchflossen. Die Diemel ist ein gut 110 Kilometer langer Fluss, der nicht weit entfernt vom Diemelstausee entspringt.

Am Westufer des 19,9 Millionen Kubikmeter Wasser fassenden Sees legte wir nach einer guten Stunde Fahrt eine kleine Pause ein. Die Abendsonne ließ das Herbstlaub an den Bäumen noch einmal in allen Farben erstrahlen; schnell klickten die Fotoapparate, um diese herrlichen Motive einfangen zu können. Dann traten wir den Rückweg zum Hotel an. Hier wartete ein leckeres Abendessen auf uns. Die heiße Kürbiskernsuppe tat gut, das Hirschgulasch schmeckte lecker und auch der Nachtisch, ein Pfirsichkompott, war ganz nach unserem Geschmack.


| Samstag, 20.10.2007

Motorrad fahren bei Minusgraden

Das vorletzte Oktoberwochenende war zwar „golden“ aber auch bitter kalt. Minus 1,5 Grad zeigte das Bordthermometer an der GS von Thomas des morgens um halb neun an. Da sollten wir wohl einen Pullover mehr anziehen. Glücklicherweise waren die Straßen nicht glatt. Als der Rauhreif von der Sitzbank gekratzt war, konnten wir starten.

Irgendwie war es schön toll. Die Wiesen mit einer weißen Eisschicht überzogen, der Himmel strahlend blau und klar, kein Mensch außer uns auf den Straßen und eine Fernsicht, die atemberaubend war. Motorrad fahren im Spätherbst hat schon was.

Während Martin mit seiner Gruppe das Kaffeepäuschen am „Herkules“ in Kassel einlegte, fand Uwe ein nettes Cafe mit angeschlossener Bäckerei in Grebenstein. Von hier aus ging es weiter nach Hann. Münden, wo wir am „Weserstein“ einen kurzen Fotostopp einlegten.

1899 stellte hier, auf der Insel Tanzwerder, der damalige Mündener Industrielle Natermann - am Zusammenfluss von Werra und Fulda - einen Gedenkstein auf. Eingeweiht wurde dieser Stein am 2. September 1899, dem so genannten Sedan-Tag. Der Sedan-Tag war im deutschen Kaiserreich ein Gedenktag, der an den entscheidenden Sieg der preußischen Truppen im deutsch-französischen Krieg nahe der Stadt Sedan erinnerte. Die patriotische vierte Zeile auf dem Weserstein erinnert daran, heißt die Inschrift doch: „Wo Werra sich und Fulda küssen, Sie ihren Namen büßen müssen, Und hier entsteht, durch diesen Kuss, deutsch bis zum Meer der Weserfluss.

Unsere Mittagspause legen wir in der „Schäferscheune“ nahe der „Krukenburg“ ein. Mit dem Bau der imposanten Befestigungsanlage war bereits im Jahr 1220 begonnen worden. Zuvor hatte hier eine Gotteshaus gestanden, das der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden war. Unten im Tal gab es damals ein altes Kloster, in dem Geschichte geschrieben wurde. Mönche fertigten hier das Evangeliar Heinrichs des Löwen an, von dem ein Faksimile im Heimatmuseum besichtigt werden kann.

Gut gestärkt - dank Folienkartoffel mit Schmand, Wurstteller oder einer geräucherten Forelle - ging es auf schmalen, kurvenreichen Straßen langsam wieder zurück Richtung Bad Arolsen. Eine kleine Kaffeepause mit selbstgebackenem Kuchen musste aber noch sein. Im Restaurant auf der Kugelsburg wurden wir bereits erwartet. Heute nur noch Ruine, war das einst imposante Bauwerk gegen Ende des 12. Jahrhunderts im Auftrag des Abtes Widukind von Corvey errichtet worden, um den damaligen Übergang über den Fluss Twiste an der alten Handelsstraße von Fritzlar nach Paderborn zu sichern. Heute beliebtes Ausflugsziel lohnte sich auch für uns der Abstecher: Der Kuchen war einfach herrlich und viel zu schnell alle.


| Sonntag, 21.10.2007

Zum Abschluss an den Edersee

Petrus schien tief betrübt, dass wir am Sonntag zur letzten Tagestour in diesem Jahr aufbrechen wollten. Wie anders ließ es sich erklären, dass es pünktlich zum Frühstück zu regnen anfing? Dafür war es nicht mehr ganz so kalt.

Über Waldeck erreichten wir das Nordufer des Edersees und hielten in Niederwerbe für ein kleines Kaffeepäuschen. Dann ging es weiter ans Westufer und über die Höhenzüge des Wildunger Berglandes zur Staumauer auf der Ostseite. Im Terassenhotel, mit Blick auf den Edersse, sollte die Motorradtour zum Saisonabschluss mit einem gemeinsamen Mittagessen zu Ende gehen. Schön war es - wieder einmal; wir freuen uns schon heute auf die gemeinsamen Touren in der Motorradsaison 2008.

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Eine kleine Diashow mit ausgewählten Bildern dieser Motorradtour findest Du unter dem Stichwort Saisonabschluss im Fotorückblick.