Einmal rund um Hessen
Einmal rund um Hessen
Der Reiserückblick auf die Hessenrunde lässt (leider) erwartungsgemäß noch ein wenig auf sich warten. Es ist doch sehr zeitintensiv, ein paar schöne Seiten fürs Internet zu produzieren, die Einblick in die kurzweilige Fahrt rund um das Bundesland Hessen geben. Deshalb haben wir nachfolgend erst einmal die wichtigsten Stationen auf einen Blick kurz zusammengefasst:
| So. 23.7.2006
Auf zur Burgruine Frauenberg
Was für ein herrlicher Auftakt unserer Hessenrunde. Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir uns am späten Sonntagnachmittag im Biergarten unseres Hotels im Ebsdorfergrund. Punkt 18 Uhr war die Gruppe komplett; insgesamt 17 Personen samt Sozia sowie Susi und Wilma im Begleitbus. Nach einem leckeren Abendessen unter alten Kastanien unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang zur Burgruine Frauenberg und genossen die herrliche Aussicht nebst filmreifem Sonnenuntergang.
| Mo. 24.7.2006
Durchs Waldecker Land
Ganz Deutschland stöhnt unter der Hitzewelle, aber im Nordosten Hessens ist es eigentlich ganz erträglich. Vom Hotel aus ging es auf kurvenreichen Nebenstraßen zum Kloster Haina. Hier konnten wir an einer kurzweiligen Führung teilnehmen, die uns die Geschichte des sakralen Bauwerks auf interessante Weise näher brachte.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir den Edersee, wo wir nach dem Mittagessen das „Sperrmauer-Museum“ besichtigten. Dies befindet sich am Fuße des Edersees, so dass es zunächst gut 180 Stufen nach unten – und anschließend auch wieder nach oben ging. Strapazen, angesichts derer wir uns im Anschluss einen großen Eisbecher gönnten.
Nach einem kurzen Abstecher in den Nordosten von Hessen führte die Route, vorbei am Diemelsee, nach Bad Arolsen, zum Landgasthof Teuteberg, der etwas außerhalb, im Stadtteil Schmillinghausen liegt. Hier ließen wir uns am Abend verwöhnen, um Kraft zu schöpfen für die nächste Tagestour.
| Di. 25.7.2006
Einmal durch Nordhessen
Helmarshausen war unser erstes Ziel. Dort warfen wir einen Blick auf das prachtvolle Evangeliar Heinrich des Löwen, das im Heimatmuseum als Faksimile ausgestellt ist. Vor dem Mittagessen in der Schäferscheune unternahmen wir noch einen Abstecher zur sehenswerten Krukenburg.
Am Nachmittag stand das Motorrad fahren dann im Vordergrund. Durch den Reinhardswald ging es - vorbei an der Sababurg und dem Weserstein - zum Hohen Meißner. Nach einem kleinen Schlenker durch Hausen - dem höchstgelegenen Ort in Kurhessen - erreichten wir auf abenteuerlichen Wald- und Schotterpfaden unser Hotel in Ahrensberg. Ein opulentes Abendessen auf der Terasse war krönender Abschluss dieses erlebnisreichen Tages.
| Mi. 26.7.2006
Wanderstöcke und Wehrkirchen
Der Besuch bei den Stockmachern von Lindewerra war eines der Highlights des heutigen Tages. Informativ wurde uns das alte Handwerk erläutert, das in Thüringen schon weit mehr als 100 Jahre Tradition hat. Dem Grenzverlauf folgend ging es dann nach Ronshausen, nahe Bebra, wo wir uns eine alte Wehrkirche anschauen wollten, deren Inneres mit herrlichen Malereien versehen war. Der Pfarrer selbst ließ es sich nicht nehmen, uns durch das kleine Gotteshaus zu führen.
Den eingeplanten Stopp in Vacha ließen wir ausfallen, weil das alte Stück Mauer, das wir uns anschauen wollten, hinter dichtem Gestrüpp fast verschwunden war – fast so, als ob sich die Stadt ihrer Vergangenheit schämen würde. Dafür war der Fotostopp am „Point Alpha“ um so ausführlicher. Hier standen sich der Warschauer Pakt und die Nato über Jahrzehnte Auge in Auge gegenüber.
Dann ging es langsam ins Hotel, wo uns wieder ein herrliches Abendessen erwartete. Die Mittagessen war vor diesem Hintergrund recht bescheiden ausgefallen – sofern man Schweinebraten oder Geschnetzeltes nicht als Hauptmahlzeit versteht ...
Mit dem Wetter hatten wir abermals Glück. Während um uns herum der Regen wolkenbruchartig nieder gegangen sein musste, konnten wir den ganzen Tag im trockenen Motorrad fahren.
| Do. 27.7.2006
Zugang zum Radom
Morgens um 9 Uhr auf dem Hochrhönring, bei strahlendem Sonnenschein und herrlich blauem Himmel – was könnte es Schöneres geben? Wir haben heute jeden Kilometer auf dem Weg zur Wasserkuppe genossen. Dort konnten wir als eine der ersten das Radom besichtigen; die Hülle einer ehemaligen Radarstation, die in naher Zukunft touristisch genutzt werden soll.
Von der Wasserkuppe ging es quer durch den Spessart nach Steinau an der Straße, wo wir in einer Gaststätte, die sich den Brüdern Grimm verschrieben hatte, zu Mittag essen konnten. Und dann kam der Regen. Zwar konnten wir dem heftigen Gewitter, das am Nachmittag über Südhessen nieder ging, geradeso davon fahren, einen heftigen Schauer aber bekamen auch wir ab.
In Seligenstadt war die Welt dann wieder in Ordnung. Im Schatten der Einhards-Basilika aßen wir ein leckeres Eis und fuhren dann zum Hotel nahe Michelstadt.
| Fr. 28.7.2006
Sehenswertes Motorradmuseum
Der Beerfelder Galgen war das erste Ziel unseres eigentlich letzten Tourtages. Durchs Ohrnbachtal gings auf Nebenwegen zur historischen Hinrichtungsstätte. Dann fuhren wir immer Richtung Süden, bis Neckarsteinach, erreicht war und damit der südlichste Punkt unserer Rundreise um Hessen.
Die Mittagspause hatten wir in Raubach eingeplant, um dem „Raubacher Michel“ – einem Odenwälder Original – zu huldigen. Die Gäststätte die wir ausgesucht hatten, war ein wahrer Glücksgriff. In der „Raubacher Höhe“ schmeckte es ganz ausgezeichnet.
Letzte Station war das wirklich sehenswerte Motorradmuseum in Michelstadt, in dem mit viel Liebe und Leidenschaft zusammen getragene Maschinen der 60er und 70er Jahre ausgestellt sind.
Weil noch etwas Zeit bis zum Abendessen war, beschlossen wir noch eine kleine Runde zu fahren. Doch die Suche nach der „Schmelzhütte“, in der wir auf ein Glas Schorle einkehren wollten, gestaltete sich schwierig. Fast alle Zufahrtsstraßen waren durch Baustellen gesperrt. Und da wir eine Goldwing dabei hatten, deren Fahrer aus verständlichen Gründen nicht so gern über Schotter fuhr, mussten wir ein paar Umwege fahren, bis das Ziel endlich erreicht war.
| Sa. 29.7.2006
Spannende 1400 Kilometer
Gegen Mittag hatten wir Kornsand, den Endpunkt unserer Rundreise um Hessen erreicht. Unter einem alten Baum sitzend, beobachteten wir den regen Schiffsverkehr auf dem Rhein und stärkten uns mit einer Bratcurry und Pommes. Zuvor waren wir von Michelstadt Richtung Felsenmeer gefahren und hatten auf der Burg Frankenstein noch ein ausgiebiges Kaffeepäuschen eingelegt.
Irgendwie wollte niemand so recht nach Hause fahren. Die Woche in Hessen war wunderschön, vor allem aber erlebnisreich und kurzweilig gewesen. Alle, die dabei waren, wünschen sich eine Fortsetzung. Vielleicht fahren wir in zwei Jahren mal entlang der einst innerdeutschen Grenze? Oder wir folgen der Außengrenze Deutschlands – im Westen oder Osten? Wozu hättest Du Lust? Schreib einfach eine E-Mail an: tourinfo@kurvenfieber.de. Wir freuen uns auf ein Feedback von Dir.
Eine kleine Diashow mit ausgewählten Bildern dieser Motorradtour findest Du unter dem Stichwort Hessenrunde im Fotorückblick.
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