Auf in die Cevennen
Auf in die Cevennen
Vom Burgund über die Auvergne in die Cevennen und dann mit dem Autoreisezug wieder zurück nach Frankfurt. So sah die Route für die letzte große Motorradtour in diesem Jahr aus. Die 20 Plätze waren schnell vergeben, schon bald mußte eine Warteliste geführt werden. Bis der ausführliche Reisebericht fertig ist, haben wir die wichtigsten Stationen nachfolgend schon einmal kurz zusammengefasst:
| Sa. 9.9.2006
Treffpunkt im Burgund
Beaune, im Zentrum des Weinanbaugebiets Cote-d`Or gelegen und für seine bunten Schindeldächer berühmt, sollte Treffpunkt für alle Teilnehmer unserer diesjährigen Frankreichreise sein. Bis gegen 18 Uhr waren die meisten Motorradfahrer eingetroffen, so dass wir noch vor dem gemeinsamen Abendessen eine kleine Vorstellungsrunde auf der sonnigen Hotelterrasse einlegen konnten.
| So. 10.9.2006
Durch die Wälder des Morvan
Den ersten Fahrtag unserer abwechslungsreichen Tour wollten wir für einen Abstecher ins Morvan nutzen. Jene waldreiche Region im Westen des Burgunds ist reich an Mythen und Sagen. Winzig kleine Straßen führen vorbei an unzähligen Seen und winden sich kurvenreich durch eine fantastische Landschaft. Genau das Richtige also für den Auftakt unserer abwechslungsreichen Motorradwoche.
| Mo. 11.9.2006
420 Kilometer Marathon
Der Weg nach Murat ist weit - gut 420 Landstraßenkilometer. Eine Marathon-Etappe, die wir aber gut bewältigen konnten. Für die Tour hatten sich nur erfahrene Motorradfahrerinnen und -fahrer angemeldet, so dass eine solche Distanz kein Problem darstellte. Morgens um 9 Uhr ging es los, abends um 19.20 Uhr war die letzte Gruppe im Hotel. Dazwischen lagen herrlich kurvenreiche Kilometer, vorbei am Puy de Dome, dem bekanntesten der erloschenen Vulkane im Herzen der Auvergne.
| Di. 12.9.2006
Von der Auvergne in die Cevennen
Strahlender Sonnenschein auch an diesem Morgen. Die Route führt zunächst nach Nordwesten, ins Herz der Auvergne. Gewaltige, längst schon erloschene und erodierte Vulkane prägen das Bild einer Landschaft, die mehr als eindrucksvoll ist. Ziel war zunächst der „Col de Marie“, mit 1500 Metern der höchste Pass im Zentralmassiv. Ein kräftiger Wind weht hier oben, doch kalt ist es nicht. Dann gehts wieder südwärts, nach Mende, einer pulsierenden Kleinstadt in den Cevennen, die ob ihres gewaltigen Kirchenbaus – der Kathedrale Saint Privas – zu beeindrucken weiß.
| Mi. 13.9.2006
Ein Bambuswald in Süfrankreich
Nach Anduze wollen wir heute fahren, einem kleinen Ort am „Tor der Cevennen“. Hauptsehenswürdigkeit ist die „Bambouseraie“. Über 150 verschiedene Bambusarten finden sich hier. Gut eine Stunde nehmen wir uns Zeit und schlendern durch die dichten Bambusstämme. Immer wieder erläutern kleine Info-Säulen, was wir sehen. Hatten wir am Vormittag noch Glück mit dem Wetter, scheint die Rückfahrt zum Hotel eine feuchte Angelegenheit zu werden. Dunkle Wolken brauen sich über uns zusammen, und ein heftiger Wind hebt an. Kurz darauf fängt es an zu regnen. Nur gut eine Stunde lang, dafür aber umso intensiver. Nahe Florac lugt die Sonne kurz hervor und wir beschließen trotzig, auf die Kaffeepause am Nachmittag nicht zu verzichten. Im Freien – vor einer Bar stehend – schlürfen wir einen heißen Kaffee au lait während drinnen ältere Herren reichlich dem Rotwein zusprechen. Das Leben kann so ungerecht sein.
| Do. 14.9.2006
Auf zum Gorges du Tarn
Von dem für heute prognostizierten Dauerregen ist nichts zu sehen. Zwar ist der Himmel bedeckt, aber die Straßen sind trocken und gelegentlich lugen doch ein paar herrlich blaue Flecken durch die Wolkendecke. Also, auf zum Gorges du Tarn, den wir heute erkunden wollen. Eine herrliche Straße windet sich am Ufer des malerischen Flusses entlang, immer wieder laden winzige Dörfchen und atemberaubende Nebenstrecken zu einem kleinen Abstecher ein. Gegen Mittag haben wir den „Point sublime“ erreicht, der atemberaubende Tiefblicke gewährt. Dann holt uns das schlechte Wetter ein. Statt toller Aussicht finden wir am Mont Aigoual nur dichten Nebel vor, den geplanten Abstecher zum „Chaos de Montpellier“ lassen wir angesichts des einsetzenden Regens kurzerhand ausfallen. Immerhin: als wir am späten Nachmittag wieder das Hotel erreichen, lacht die Sonne verschämt vom Himmel. Das erste Bier können wir im Trockenen trinken. Die darauf Folgenden auch.
| Fr. 15.9.2006
Viele Wege führen nach Millau
Einst war Millau wegen seines permanenten Verkehrschaos gefürchtet, heute planen viele eine Abstecher dorthin ein, um die gewaltige Autobahnbrücke zu bewundern, die den in einem Talkessel gelegenen Ort seit wenigen Jahren überspannt. Auch wir unternehmen auf dem Weg nach Süden einen kleinen Abstecher dorthin: 2460 Meter ist die Brücke lang, der höchste Punkt liegt 270 Meter über dem Tarn. 5000 Tonnen wiegt das gesamte Bauwerk, das als höchste und längste Schrägseilbrücke der Welt gilt – und auch im Regen noch Eindruck macht. Anschließend gings weiter nach Lodeve, dem Schlußpunkt unserer abwechslungsreichen Motorradreise durch Frankreich. Vor dem Abend bleibt noch Zeit für einen kleinen Bummel durch die Altstadt und die Besichtigung der eindrucksvollen Kirche. Dann lassen wir uns noch einmal von der guten französischen Küche verwöhnen, sitzen nach dem Essen an der Bar zusammen, um „Benzin“ zu reden und alte Erinnerungen aufzufrischen. Morgen sollte alles schon wieder vorbei sein – wie schade.
| Sa. 16.9.2006
Mit dem Autoreisezug nach Hause
Die meisten hatten sich entschieden, die Heimreise aus dem Süden Frankreichs bequem mit dem Autoreisezug anzutreten. Die 1100 Kilometer bis ins Rhein-Main-Gebiet waren doch eine ordentliche Distanz. Und so ging es am Samstagmorgen weiter Richtung Narbonne. Ein kurzer Snack mit Blick aufs Meer beschloss nahe Narbonne-sur-plage die Reise, dann wurde für die Rückfahrt eingekauft. Mit Käse, Baguette und einem Fläschchen Rotwein im Gepäck ließ sich die Nacht im Zug recht gut verbringen. Pünktlich um 9.30 Uhr traf der Autoreisezug in Neu Isenburg ein.
Eine kleine Diashow mit ausgewählten Bildern dieser Motorradtour findest Du unter dem Stichwort „Cevennen“ im Fotorückblick.
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