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Missale Manuscripta Brügge 1475-1476
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The Digitalisation Project Medieval Manuscripts Castle Huis Bergh is the intellectual property of the Stichting Musick’s Monument. Ing Hans Meijer was responsible for the technical realisation; Dr Willem Kuiper for the scholarly input. Thanks are also due to the Anjer Cultuurfonds Gelderland; the Stichting de Verenigde Stichtingen “De Armenkorf” in Terborg and “Het Gasthuis te Silvolde”; Mrs P. Tijdink-Hermsen; Mrs L.J.C. Meijer-Kroonder; and the Giese family.
• Missale Manuscripta Miniatures - complete
Calendarium et ordo missalis fratrum minorum secundum consuetudinem romane curie.
Missale aus Brügge 1475-1476.
Kalendar mit Missale der Minderbrüder nach dem Brauch der Römischen Kurie. Angefertigt im Auftrage der Maria-Magdalenagilde zu Brügge.
Die heilige Maria Magdalena ist eine vielschichtige Persönlichkeit: Ihre Charakterzüge und die Geschehnisse, die sie zeitlebens prägten, entstammen im Wesentlichen denen unterschiedlicher Frauen; von der Tradition ist dies alles zu einem gewissen Zeitpunkt mit der Person der Maria Magdalena verknüpft worden. So etwa ist sie die Schwester von Marta und Lazarus, die in Bethanien wohnten und Jesus in ihr Haus aufnahmen. Außerdem ist sie die Frau, der Jesus sieben Teufel austrieb, die Jesu Füße salbte und die bei dessen Kreuzigung anwesend war.
Schließlich ist sie die Heilige, über die im elften Jahrhundert in Frankreich eine Reihe von Wundergeschichten im Umlauf waren. So soll sie mit ihrem berühmten Bruder und ihrer Schwester eine Pilgerfahrt nach Marseille angetreten und daselbst eine große Menge Heiden durch ihre Predigten bekehrt haben. Ebenfalls soll sie in der Provence seit mehr als dreißig Jahren in der Einsamkeit gelebt haben, wobei sie Buße tat und fastete, bevor sie gen Himmel fuhr. Diese provenzalische Legende wurde in den Legenda Aurea, der wichtigsten mittelalterlichen Sammlung von Heiligenleben, aufgezeichnet.
Die kostbare und reich geschmückte Handschrift zeigt ein Bild der Maria Magdalena in ganzer Figur: Sie trägt den für sie typischen roten Mantel und hält das ihr eigene Attribut, den Salbentopf, in der Hand; Szenen aus der provenzalischen Legende umrahmen das Porträt. Den klassischen Zügen der Haustürnische oder des kleinen Hauses, in das Maria Magdalena hineingestellt ist, können wir entnehmen, dass diese Handschrift im Grenzbereich zwischen Mittelalter und Renaissance angefertigt wurde. So verweist ebenfalls der ziemlich ausgefüllte Schriftspiegel darauf hin, dass das Bild im Spätmittelalter gemalt wurde. Die kleineren Miniaturen bilden zusammen, wie gesagt, eine Art Bildergeschichte der Maria Magdalena aus den Legenda Aurea. Die Handschrift wurde im Auftrage der Maria-Magdalenagilde und im Hospital zu Brügge angefertigt. Die Illuminierung wird (der Werkstatt von) Willem Vrelant zugeschrieben. Diesen bekannten südniederländischen Künstler und dessen Nachfolger erkennt man an einem etwas holprigen, schwerfällig wirkenden Stil, der wegen des Äußeren der dargestellten Personen auch wohl als ‘Marionettenstil’ bezeichnet wird.
[Übersetzung ins Deutsche: Dr. Karl Tax]
• Missale Manuscripta Gregorian Chants