Deutsche = Umwelt„schweine“?


Umweltschutz gehört für deutsche Unternehmen nicht zu den wichtigen Firmenzielen. In einem Vergleich von acht europäischen Ländern steht Deutschland auf dem vorletzten Platz. Dies ergab eine Studie von Easynet und TNS Infratest, bei der europaweit 4.538 Arbeitnehmer zu den wichtigen Unternehmenszielen ihrer Arbeitgeber befragt wurden.


Umweltschutz-Technologien made in Germany sind weltweit gefragt: Mehr als sechs Prozent der deutschen Exporte entstammen dieser Branche. Im eigenen Land kommen diese Entwicklungen aber kaum zum Einsatz: Umweltschutz ist für deutsche Unternehmen nur halb so oft ein wichtiges Ziel wie im europäischen Durchschnitt. Als vorbildlich betrachten hingegen Spanier und Belgier das Umweltengagement ihrer Arbeitgeber. Damit zeigt sich für Belgien ein stabiler Trend: Bereits im Sommer 2007 zeigte eine Befragung von europäischen IT-Entscheidern, dass in den Beneluxstaaten der Umweltverträglichkeit von Investitionen die größte Bedeutung innerhalb Europas beigemessen wird. Deutschland hingegen lag auch in dieser Befragung auf dem vorletzten Platz.


Gerade im IT-Bereich gibt es noch viel Verbesserungspotential für Unternehmen, um die Umweltverträglichkeit ihres Handelns zu steigern. Experten schätzen, dass zwischen zwei und sechs Prozent des weltweiten Stromverbrauchs allein durch Informationstechnologie verursacht werden. Durch flächendeckende Investitionen in stromsparende Systeme ließe sich die CO2 Belastung der Atmosphäre deutlich reduzieren.


Papierindustrie setzt sich gegen Illegale durch


Die deutsche Papierindustrie kann bereits heute für den weitaus größten Teile der von ihr eingesetzten Primärfaserstoffe eindeutige Herkunftsnachweise erbringen.


Sie dokumentiert damit ihren weltweiten Einsatz gegen illegalen Holzeinschlag. In einer jetzt erstmalig durchgeführten Umfrage des Verbandes Deutscher Papierfabriken konnten die befragten Unternehmen für 100 Prozent des eingesetzten Holzes und bislang 75 Prozent des eingesetzten Zellstoffes eindeutige Herkunftsnachweise vorlegen, die belegen, dass die Rohstoffe aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen.


Das Monitoring ist Teil des im vergangene Jahr von der Europäischen Papierindustrie verabschiedeten „Code of Conduct“, in dem sich die Branche freiwillig zur Bekämpfung illegalen Holzeinschlags verpflichtet. Der „Code of Conduct“ sieht eine Reihe verschiedener Maßnahmen zur Bekämpfung des Handels mit illegal eingeschlagenem Holz vor. Der VDP will seine Ergebisse für Deutschland in Zukunft durch eine unabhängige dritte Partei – vorzugsweise eine amtliche Stelle – bestätigen lassen.


Co2-Berechnungen


Der Verband der Europäischen Papierindustrie (CEPI) hat ein Berechnungsmodell für die CO2-Bilanz von Papier, Karton und Pappe vorgestellt.


Die Branche reagiert damit auf die wachsende Nachfrage der Kunden nach Transparenz in der aktuellen Klimadebatte. Das vorgestellte Modell bezieht in seine Betrachtung den gesamten Faser- und Produktkreislauf von Papier ein. Berücksichtigt werden dabei neben den Klimaeffekten der Kohlenstoffbindung in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Energieverbrauch in der gesamten Wertschöpfungskette und die positiven Effekte der Kohlenstoffbindung im Produkt durch das Papierrecycling.

Wie die CEPI betont, gibt es eine Reihe verschiedener Messmethoden zum sogenannten „carbon footprint“, jedoch noch kein europaweit standardisiertes Verfahren, das die CO2-Bilanz verschiedener Produkte vergleichbar macht. Die Papierindustrie habe nun zehn Parameter definiert, die die Unternehmen und Produktsektoren beim Erstellen ihrer eigenen Bilanz berücksichtigen sollten.


http://www.cepi.org/content/default.asp?pageid=9



Die Zeit ist reif


Selbst wenn es wie eine abgedroschene Vokabel erscheint: sie trifft exakt den Kern. Vor allem in Österreich und der Schweiz. Dort haben mehr als im Verhältnis in Deutschland Unternehmer wie Unternehmen erkannt, dass es längst später als nur „fünf vor zwölf“ ist – und Handeln jetzt keine Frage mehr der Freiwilligkeit, sondern des puren Überlebens ist. Inmitten verwirrter, nach Lösungen suchender Anwender gibt es eine Reihe gestandener, erfahrener Betriebe, die mit „grünem Drucken“ excellent gute Erfahrungen gemacht haben. Und die eine signifikant gesteigerter Resonanz im Markt haben. Bevor Neulinge auf diesem Gebiet in Panik verfallen und eventuell sogar das Falsche tun, sei ihnen geraten, sich die alles andere als dramatisch klingenden Tipps der Experten anzuhören:


Gugler, Melk/Österreich als cross media Öko-Unternehmen

Die persönliche Sicht des Pioniers


Schweiz: VSD wird initiativ


Der VSD ist überzeugt: Wirklich nachhaltiger Klimaschutz kann nur durch die Integration verschiedener Massnahmen in bestehende Geschäftsprozesse realisiert werden.


Dazu gehören neben der konsequenten Einsparung von Energie auch der klimaneutrale Druck sowie die Einbindung des Freiwilligen Klimaschutzes in Umweltmanagementsysteme wie ISO-14001, die Verwendung von FSC-Papieren und standardisiertes Drucken (PSO). In Ergänzung zum klimaneutralen Drucken positioniert sich der VSD im gesamten Themenfeld Umweltschutz durch Aufbau eines Öko-Rating-Systems. Dieses System umfasst verschiedene ökologische Themen, die für Druckereien und ihre Kunden in Zukunft relevant sind. „Auch der Ausstoss von CO2, der durch den Transport von Drucksachen verursacht wird, muss in naher Zukunft genau geprüft werden. Denn die Verlagerung von Druckaufträgen ins Ausland aus Kostengründen hat nicht nur Folgen für die heimische Wirtschaft, sondern auch für die Umwelt“, betont Dr. Muth. „Das Themenfeld des Klimaschutzes bietet gerade für die Druckindustrie neue Wege der Kundenansprache und neue Markt-konzepte“, so Dr. Muth weiter. „Freiwilliger Klimaschutz spricht alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gruppen an, vor allem aber Unternehmer, welche die Zukunft mitbestimmen wollen.“



Klimaneutrales Drucken ISO-zertifiziert


Klimaneutrales Drucken, ein von ClimatePartner konzipierter Druckprozess für Druckereien, ist jetzt erstmals offiziell im Rahmen von ISO 14001 einer Druckerei überprüft und zertifiziert worden. Die Feldegg AG in Zollikerberg realisierte damit als Vorreiterin im ökologisch orientierten Drucken eine zukunftsgerichtete Lösung, die dem Kunden einen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz ermöglicht. Die Zertifizierung, die von SQS durchgeführt wurde, bescheinigt eine hohe Prozesssicherheit, die neben Klimaschutz auch weitere Massnahmen zur Umweltschonung umfasst.


Beim Klimaneutralen Druck werden die CO2-Emissionen, die durch Teilprozesse wie Papierherstellung, Druckverfahren, Logistik und Administration, aber auch durch die verwendeten Druckfarben anfal-len, andernorts wieder ausgeglichen. Basis ist ein wissenschaftlich fundierter sogenannter CO2-Fussabdruck, bei welchem die Treib-hausgas-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette für den jewei-ligen Druckauftrag erhoben werden. Der Ausgleich erfolgt im Umfang dieser Emissionen durch Investitionen in weltweit anerkannte Klima-schutz-Projekte.


Die Zertifizierung im Rahmen von ISO 14001 durch die Druckerei Feldegg AG, die als erstes Schweizer Druckunternehmen den Prozess klimaneutral Drucken einsetzt, ist dabei ein wegweisendes Novum: Sie eröffnet Druckereien, die ein Umweltmanagementsystem betreiben, einen wichti-gen Schritt im kontinuierlichen ökologischen Verbesserungsprozess, den die ISO-Norm den zertifizierten Betrieben zwingend vorschreibt.


Tobias Heimpel, Geschäftsführer von ClimatePartner: „Auf diese Weise können Betriebe jenen Kundengruppen entgegenkommen, die selber etwas zum Klimaschutz beitragen wollen.“ Dass der Klimaneutrale Druck weniger als 1 Prozent teurer ist als der herkömmliche Druck, ist ein weiteres Argument, weshalb Kunden immer häufiger die umweltfreundliche Variante wählen.


www.feldegg.ch



Altpapier – so viel wie noch nie


Die Rücknahme und Verwertung grafischer Papiere in Deutschland ist im Jahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert worden. So ist die Verwertungsquote grafischer Altpapiere in Deutschland um 9,2%-Punkte auf 88,7 Prozent angestiegen. Damit hat die Verwertungsquote, die sich als Quotient des Einsatzes grafischer Altpapiere in der Papierindustrie und des Verbrauchs grafischer Papiere in Deutschland errechnet, die vereinbarte Zielvorgabe von 80% (+/- 3%) deutlich überschritten.


Insgesamt wurden rund 7,6 Mio. Tonnen grafischer Altpapiere zur Erzeugung von Papier, Karton und Pappe eingesetzt. Dies entspricht im Vergleich zum Jahr 2004 einem Mehrverbrauch von 550.000 Tonnen. Der Verbrauchszuwachs erklärt sich durch den Anlauf neuer Papiermaschinen in den Jahren 2004 und 2005, die als Faserrohstoff zu 100% Altpapier einsetzen.


www.internationalpaper.com/europe.



«Es gibt gar nichts anderes»


Die einen reden erst gar nicht drüber. Und die anderen auch nicht mehr. Unter den Druckereien wissen 8 von 10 garantiert kaum etwas Konkretes über FSC und ökologisches Drucken. Und seitens der Kunden gibt es zunehmend überhaupt keine andere Anforderung mehr als „logischerweise FSC“. Albert Oehler von Inapa Papier, Schweiz, bestätigte im PrintRadio-Gespräch: „Vor allem große Konzerne, die ja meistens selbst eine rigide Ökostrategie einführen und durchhalten, können nicht anders, als in der gesamten Vorlieferantenkette ebenfalls auf strikte Einhaltung ökologischer Kriterien zu drängen. Für sie ist es selbstverständlich, dass ausschließlich FSC-Papiere zum Einsatz kommen.“


Unternehmer werden konkret aktiv


Acht führende Repräsentanten der deutschen Wirtschaft haben sich zur Initiative "2 Grad - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz" zusammengeschlossen.


Die Unternehmer setzen sich für eine entschlossene Politik zum Schutz des Weltklimas ein. Der wichtigste Beitrag der deutschen Klimapolitik bestehe darin, "hierzulande jene Technologien, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln, die weltweit zu einer wirksamen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen eingesetzt werden können", heißt es im Grundsatzpapier der Initiative, in dem Ziele und Kernelemente einer erfolgreichen Klimapolitik dargelegt werden. Die eigene Rolle sieht die Initiative vor allem darin, die Bundesregierung aktiv bei der Entwicklung und Implementierung einer effektiven und marktwirtschaftlich orientierten Klimapolitik zu geringst möglichen Kosten zu unterstützen. Sie betrachtet sich als branchenübergreifend, verbandsunabhängig und als Plattform für Unternehmen, die mutige Schritte unterstützen.

Dr. Michael Otto, Vorstandsvorsitzender Otto GmbH & Co KG Prof. Dr. Hubert Burda, Vorstandsvorsitzender Hubert Burda Media Holding GmbH & Co KG Prof. Dr. Utz Claassen, Vorstandsvorsitzender EnBW AG Dr. Joachim Faber, Vorstand Asset Management Worldwide Allianz S.E., CEO Allianz Global Investors AG Dr. Uwe Franke, Vorstandsvorsitzender Deutsche BP AG Dr. Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG René Obermann, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG Dr. Klaus Rauscher, Vorstandsvorsitzender Vattenfall Europe AG



Gugler print+medien europaweit mustergültig


Ernst Gugler ist ein vehementer Vorreiter für „grünes Drucken“. Er hat Nahe Melk an der Donau einen Betrieb aufgebaut, der als uneingeschränktes Vorbild für ökologisch mustergültiges unternehmerisches Handeln und hochqualitatives Drucken gilt (seine Devise: je ökologischer wir sind, desto wirtschaftlicher und qualitativer arbeiten wir auch im herkömmlichen Sinne). Gebäude und Produktion, die eingesetzten Materialien wie die anvisierten Kundenkreise sind durchweg „grün“. Dabei hat er es längst geschafft, der gesamten Fachwelt zu beweisen, dass ökologisches Drucken das Gegenteil von minderer Qualität oder gar eine Verteuerung der Kosten ist. Wer lernen will, wie man gut und grün druckt, der hat in Gugler das allerbeste Beispiel im deutschsprachigen Raum.

www.gugler.at




Kommentar:

Moderner Ablasshandel

Machen wir – und Sie sich – nichts vor. Klimaneutrales Drucken ist moderner Ablasshandel. Die beste Reduzierung von Schadstoffen ist die Vermeidung ihrer Entstehung. Aber täten wir dies, bräche unser Wirtschftssystem auf der Stelle zusammen. Es käme zum Chaos. Ganz schnell. Mit Klima-Kill kommt es zwar auch zum Chaos – aber erst später, langsamer, andere Generationen betreffend. Also kaufen wir uns heute frei von unseren eigentlichen Verpflichtungen.

Dennoch ist dieses Handeln besser als nichts zu tun. Wir brauchen nämlich erst gar nicht mehr zu moralisieren und zu lamentieren, dass wir die Bürde anderen auflasten. Denn solches tun wir Tag für Tag in unzählbaren Einzelfällen. Ob wir mit bestem, Trinkwasser – Pardon –  wortwörtlich unsere eigene Scheiße runterspülen oder ob wir es für selbstverständlich halten, dass Kaffee, Bananen, frische Erdbeeren uns täglich frisch für lächerliche Preise im Supermarkt angeboten werden. Fair und frei, moralisch und gerecht ist diese, unsere Konsumwelt nicht im Ansatz. Wenn wir jetzt wenigstens ein klein wenig Reue zeigen und „spenden“, dann sind wir wenigstens wie gute Kirchgänger. Wochentags zwar auch keine Säulenheiligen, aber sonntags in der Kirche geben wir wenigstens eine milde Spende für die Armen. Wenn selbst der Papst damit einverstanden ist, kann man wenigstens davon ausgehen, dass ihm auch noch kein besseres Rezept eingefallen ist.


 

GreenPage

GRÜN

Farbe des Lebens. Symbol für Neues, Frische, Kraft.

Grün

im Werden, Wachsen

Grün

natürlich

 

FSC

Forest Stewardship Council = Gruppe, die sich um nachhaltige Forstwirtschaft bemüht


Greenpeace

Oft als „Idealisten“ abgetan. In Wahrheit haben sie viel erreicht (aber leider immer noch zu wenig ...)


WWF

Der World Wildlife Fund; vor allem der österreichische Zweig ist wald- und papier-aktiv


Papierfabriken und -Handel

Entgegen allen Vorurteilen ist man in dieser Branche umwelt-aktiv – im positiven Sinne


Robin Wood

Die Wilden. Aber nicht ohne Realitätssinn.


ClimatePartner

Kommerziell, u. a. „klimaneutrales Drucken“


Greenprint

gugler cross media als Öko-Europameister