Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Rosenthal

Das Dorf Rosenthal liegt am nördlichen Stadtrand von Berlin im Bezirk Pankow in unmittelbarer Nachbarschaft zum Märkischen Viertel im Bezirk Reinickendorf. Im historischen Dorfkern befinden sich die alte Dorfkirche und das Gemeindehaus.

Der Ort Rosenthal entstand im Zuge der Besiedlung der Mark Brandenburg in der Zeit von Johann I. und Otto III. und ging einher mit der Christianisierung, zu der auch immer der Bau einer Kirche gehörte. Die Kirche wurde um 1230 erbaut und ist das älteste noch erhaltene Gebäude Rosenthals. Sie besteht aus Feldsteinen und die Größe der ursprünglichen Kirche lässt darauf schließen, dass sie wohl alle Mitglieder der etwa 70 Gründerfamilien von Rosenthal in sich aufnahm. Sie war Versammlungsraum für das ganze Dorf. Nach 1700 ist die Kirche sehr stark verändert worden. Ein Turm wurde aufgesetzt und der halbrunde Altarraum der
Kirche angefügt. Der Spender vieler Ausstattungsstücke war Kurfürst Friedrich III., der 1701 König von Preußen wurde und nun Kirchenpatron mit allen Rechten und Pflichten in Rosenthal war. Nach dem Dreißigjährigen Krieg schrumpfte Rosenthal auf 25 Familien. 1734 hatte der Ort - und das war zurzeit auch noch zugleich die Zahl der Gemeindeglieder - 183 Einwohner.
Die Gemeinde hatte nach dem deutsch-französischen Krieg Land verkauft und auf Grund des Baubooms in Berlin einen guten Preis erzielt. Sie war zu einer der reichsten Landgemeinden Deutschlands geworden, die sich durch herausragende Schenkungen (z.B. 1894: 30.000 Mark für den Altar der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche)  bekannt machte.

Neben der Kirche und dem alten Schulhaus errichtete die Kirchengemeinde einen Kindergarten und eine Schwesternstation. Und für die sich bildenden Ortsteile Wilhelmsruh und Nordend wurden Gemeindehäuser mit Kirchsälen und Diakoniegebäuden, die bis heute noch stehen, geplant und aus der Rosenthaler Kirchenkasse finanziert. Der 1901 errichtete aufwendige Turm der Kirche, mit einem Übertürmchen und Kreuz und Krone auf großer Kugel geschmückt, wurde im Zuge des 2. Weltkrieges stark beschädigt. Diese Schäden konnten nach Kriegsende rasch beseitigt werden und prägen seitdem die schlichte Ansicht. Neue Glocken wurden an Stelle der beschlagnahmten angeschafft. Ein Großteil der finanziellen Mittel waren Spenden alter Rosenthaler Familien. Die Orgel aus der Umbauzeit war und ist erhalten geblieben.

Während der DDR war Rosenthal ein unauffälliges Dorf am Rande der Stadt, in dem die ehemaligen Großbauern in die LPG gezwungen wurden.
Heute ist die Kirchengemeinde Rosenthal einerseits geprägt durch ihren dörflichen Charakter, andererseits werden gerade am Stadtrand immer mehr Einfamilienhäuser gebaut, woraus sich ein starker Zuzug junger Familien ergibt. Die von außen schöne
Dorfkirche lässt viele der zugezogenen jungen Paare dort heiraten, obwohl sie sonst eher kirchenfern und –fremd sind. Die Kirchengemeinde steht vor der Herausforderung, zum einen diese neuen Gemeindeglieder (junge Familien, die zwar im Dorf Rosenthal wohnen, aber keine „typischen“ Dorfbewohner sind) ebenso anzusprechen wie die Alteingesessenen (vor allem Senioren).
 


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