Beitrag des Faches Musik zum Schulprogramm Stand: September 2009
1. Ziele und Schwerpunkte des Musikunterrichts
Unser Musikunterricht hat zum Ziel:
- Freude an der Musik, d.h. am singen, musizieren, darstellen (Tanz, Pantomime...) und am Musik-
hören zu wecken, zu fördern und zu erhalten.
- Toleranz gegenüber musikalischen Erscheinungsformen anderer Kulturen/ Generationen zu
wecken/ zu stärken.
- Kompetenz im Umgang mit unterschiedlichen Erscheinungsformen der Musik, mit Medien und
speziell dem Internet anzulegen.
- den SchülerInnen die aktive und passive Teilnahme am Musikleben ihres Umfelds nahezulegen/
zu ermöglichen.
- die SchülerInnen zu aufgeschlossenen, kenntnisreichen und kritischen (Musik-) Konsumenten zu
erziehen/ auszubilden.
- Musik als Kulturform des Menschen darzustellen, und Zusammenhänge mit anderen Kulturformen
(Theater, Architektur, Bildende Kunst) und Wirschaftsformen ( auch die Musik hat eine Entwick-
lung von stammesreligiösen Aufgaben bis hin zur Musik‘Industrie‘ durchgemacht) aufzuzeigen.
- einigen SchülerInnen die Fähigkeit vermitteln, als Musik- Produzent (eigene Songs, Musikauf-
nahmen, Medienarbeit, Videoprojekte) nicht nur zu reproduzieren, sondern eigene musikalisch-
technische Leistungen zu erbringen.
Desweiteren verfolgt unser MU das Ziel, SchülerInnen in ihren sozialen und emotionalen Fähigkeiten zu stärken, insbesondere geschieht dies im AG- und Sonderschul (E-) Bereich unserer Schule. Hier können fachliche Aspekte
in den Hintergrund treten zugunsten einer stärkeren sozialen und emotionalen Förderung.
2. Grundfähigkeiten/ Grundfertigkeiten im Fach Musik
Aus dem oben Gesagten ergeben sich die im Folgenden aufgeführten Grundfähigkeiten bzw. -fertigkeiten:
Die SchülerInnen sollen:
- die Singstimme als Instrument/ Ausdrucksmittel für einfache, einstimmige Lieder/ Sprechtexte/
Sprechgesänge/ Raps etc. einsetzen können
- ihren Körper zur Umsetzung/ Darstellung von musikalischen Ereignissen einsetzen können.
- Instrumente entsprechend ihrer Klangerzeugung anspielen und Aussagen über Bauweise,
Spieltechnik und Einsatzmöglichkeiten (speziell: Ensembles) treffen können
- verschiedene Formen der Notation kennen und (in einfacher Form) anwenden können
- die physikalischen Grundelemente der Musik (Ton - Klang - Geräusch - Knall) sowie die musikalischen
Eigenschaften des Schalls ( Tonhöhe - Klangfarbe - Lautstärke - (Tondauer)) kennen und beschreiben
können.
- Möglichkeiten der musikalischen Praxis ( Musikvereine, Musikschulen, Bands, Chöre etc.) und musikalische
Angebote ihres Lebensumfelds (Konzerte, Aufführungen etc.) kenne bzw. die notwendigen Informationen
dazu selbständig beschaffen können.
- sich in den Erscheinungsformen/ Stilen der sog. ‘Klassischen Musik‘ und der sog. ‘Populären
Musik‘ auskennen, d.h. beispielsweise: ein Musikstück einer Epoche/ Generation zuordnen können.
- die europäisch- amerikanische Tradition unsere (Musik-) Kultur sowie ausgewählte außer-
europäische (Musik-) Kulturen kennen.
- die wichtigsten Techniken der Musik-/ Schallaufzeichnung, sowie grundlegende Techniken des
Audioschnitts, der Audionachbearbeitung, ggf. in Zukunft auch der Videobearbeitung kennen
und, wenn möglich, auch anwenden können.
- wissen, dass Musik physiologische und psychologische Wirkungen hat, wie diese gezielt manipula-
tiv eingesetzt werden (können); wissen, dass und wo sie ‘Opfer‘ dieser Manipulation werden (können).
- Ihre Wünsche und Bedürfnisse hinsichtlich des Musikkonsums und der aktiven Teilnahme am
Musikleben aus den Möglichkeiten der Musikliteratur, aus den einschlägigen Publikationen und
aus dem Internet befriedigen können.
- in engen Grenzen kritische, d.h. reflektierende Aussagen über musikalische Ereignisse machen
können.
- wichtige Werke der Absoluten- und der Programmmusik kennen bzw. aktiv und vollständig gehört
haben.
- in engen Grenzen die Vielfalt musikalischer Formen kennen und unterscheiden können: (Rondo,
Kanon, Lied, ....)
- Funktionen von Musik benennen können.
3. Methodische Schwerpunkte
Der MU wird nach den in den Richtlinien des Faches Musik an der Hauptschule ausgewiesenen Methoden abgehalten. Wir haben aufgrund der guten Ausstattung mit Instrumenten und Bandtechnik einen hohen Anteil an Praktischem Musizieren, erwähnenswert ist der Einstieg in den Musikunterricht der JGST 5 mit einem Gruppensatz Trommeln. Anders als in vielen Schulen der SEK I ist aus räumlichen und finanziellen Gründen kein Keyboard-unterricht im Rahmen des MU möglich/ vorgesehen. Das Praktische Musizieren geschieht auch im MU in der Regel
mit dem Ziel einer Aufführung vor (Teilen der) Schule.
Auf fächerübergreifende Aspekte wird geachtet, so z. B. wird Akustik in JGST 9 oft parallel in Physik und Musik unterrichtet, ebenso Bruchrechnen (Notenwerte!) in JGST 6. Weitere Beispiele ließen sich aufzeigen.
Der Methodenschwerpunkt Computer/ Internet ist, im Rahmen musikalischer Angebote des WP- Unterrichts und teilweise, bei geeigneten Gruppen, auch im Musikunterricht der Jahrgangsstufen 8-10 schon recht gut eingeführt.
Wir verfügen über 3 aktuelle und 2 veraltete Computerarbeitsplätze (MAC), die komplett mit Scanner, Drucker, Mischpult und Zubehör ausgestattet sind. Wir haben schon Podcasts produziert, Schallplatten restauriert, Dance-Mixe für unsere Tanzgruppen geschnitten, Filme erstellt (Realfilm, Stop-Motion) und nachvertont. Auch einige Audiokompositionen mit ‚Garage Band‘ waren dabei. Ein Team von SchülerInnen wird gerade für die Medienver-arbeitung für diese HHomepage eingearbeitet und soll dies in Zukunft möglichst selbständig tun.
Leider ist es an unserer Schule kaum möglich, echten Projektunterricht zu machen. Dieser beschränkt sich meist auf wenige Tage (2-3 vor den Karnevalssitzungen) oder auf eine Jahrgangsstufe (siehe auch: Dance 4 Pänz - Projekt.
Hier wäre mehr wünschenswert!
4. Aufgabenbeispiele, Liederpflichtordner
Ein Ordner mit Aufgabenbeispiele, die auch von Nicht- Musiklehrern fachfremd unterrichtet werden können, wird derzeit erstellt. Außerdem wird ein weiterer Ordner erstellt, in dem Lieder gesammelt sind, die jede/r SchülerIn in seinem Schulleben bei uns kennengelernt haben soll. Beide Ordner haben ihren Platz im Schrank zu Schulprogramm, der in Kürze in der Lehrerbibliothek eingerichtet werden soll. Beiträge zu den beiden Ordnern sollen möglichst noch in diesem Jahr bei Hr. Schonauer abgegeben werden.
5. Einbindung des E-/ LB- Bereichs (Beitrag von Th. Bungart)
Einbindung des Gemeinsamen Unterrichts mit verhaltensauffälligen SchülerInnen in den Musikunterricht:
Die Eignung von Musik bzw. Musikunterricht mit behinderten SchülerInnen allgemein und speziell mit verhaltens-besonderen Schülern ist in der Komplexität und Vielseitigkeit des Musikunterrichts bzw. der Musik als solcher begründet.
Neben der Erziehung des Schülers zu musikfachlichen Zielen hin, steht im Bereich der Sonderpädagogik die Erziehung durch Musik im Mittelpunkt. Dieses Ziel wird durch eine Vielzahl von „Transfereffekten“ unterstützt,
die vom Umgang mit Musik ausgehen. Das bedeutet, dass die musikalischen Dimensionen der Sensomotorik, Affektivität, Kognition und Soziabilität bestens geeignet sind, um außermusikalische Förderbereiche wie Motorik, Wahrnehmung, Emotionalität, Sozialverhalten, Sprache, Kognition und Kreativität anzusprechen.
Die praktische Umsetzung kann unterschiedliche Formen haben. Am Anfang kann z. B. die Schaffung eines emotio-nalen Zugangs durch Musik zu einem Schüler stehen. Grundsätzlich können und werden alle Bereiche des „regulären“ Musikunterrichts je nach Förderbedarf als Arbeitsgrundlage aufgegriffen. Den Schwerpunkt stellt die Arbeit innerhalb eines Schulbandprojekts dar (Instrumentalspiel und -unterricht, Singen, Texte erstellen, Auftritte). Weitere Arbeits-felder sind die Arbeit im Multimediabereich, apparative Praxis, Trommeln, Hörspiele erstellen, Vertonung von Bildern, Szenen, Texten usw..
Die Angebote sind in der Regel in den Unterricht integriert (WP, MuFa), können aber auch als eigenständige Maßnahmen stattfinden (Einzelförderung, Kleingruppe).
6. Musikunterricht/ Wahlpflichtangebote/ Projekte
Da der MU in der Regel nicht im Klassenverband sondern klassenübergreifend stattfindet, gestaltet sich die Pro-jektarbeit oft schwierig. Die Gruppen müssen sich meist erst finden. Obwohl wir immer noch 5 (6) ausgebildete MusiklehrerInnen an unserer Schule haben, ist das Angebot an Musikunterricht und musikalischen WP-Angeboten viel zu gering (die KollegInnen sind mit anderen Aufgaben überlastet).
Um eine bessere Versorgung mit MU zu ermöglichen, wird gerade ein weiterer Musikraum eingerichtet, damit KlassenlehrerInnen, die auch MusiklehrerInnen sind, schneller und einfacher an einen geeigneten Raum kommen.
Dazu sollen verstärkt die Klassenlehrer angesprochen werden, in Zusammenarbeit mit uns Projekte zu planen und durchzuführen, um ‘Synergieeffekte abzuschöpfen‘ bzw. ggf. Themen des MU im Deutschunterricht zu behandeln.
7. Schulinternes Curriculum:




