Es war einmal vor langer Zeit in einem weit weit entfernten Kreissaal. Da bin ich auf die Welt geplumpst, und sofort hat die Menschheit ihr Schicksal erkannt und es wurde bitterlich geweint und um Gnade gebettelt. Hat alles nix genützt. Nun bin ich da und Ihr müsst mich ertragen.
Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf namens Niederzier, irgendwo zwischen Aachen und Köln. Als kleiner Junge (jawohl, ich war auch mal klein) brachte man mir als eine der ersten Handlungen überhaupt den Umgang mit Trinkflaschen bei. Dies habe ich bis heute durch hartes Training nahezu perfekt im Griff. Keine Flasche bleibt voll!! Dafür bin ich es nachher umso mehr. Aber wie Ihr ja auch schon am eigenen Leib erfahren haben werdet, das legt sich wieder. So nach 3-4 Tagen.
So wuchs ich also in einem gut behüteten Elternhaus auf.
Dann war es soweit, meine erster Tag im Kindergarten. Nachdem ich nach ca. 3 Stunden beim 'Nachlaufen' in die Gitarre meiner Gruppenleiterin getreten war, war er auch schon vorbei. Dieses Mißgeschick mit fatalen Folgen sollte nicht das einzige bleiben, aber das würde jetzt zu lange dauern hierauf einzugehen. Es seien nur einige kaputte Fensterscheiben, ein zertrümmertes Waschbecken und diverse zerdepperte Vasen erwähnt.
War wohl alles nicht stabil genug....
Als ich im zarten Alter von 6 Jahren den Kindergarten verlassen habe, das Personal dort war vermutlich überglücklich, kam ich endlich in die erste Klasse. Nun gut, was sollte man von der ersten Klasse erwarten, Polstersessel, Edelholz,usw...., aber dem war ja nun mal nicht so. Das einzige was ich vorfand waren unbequeme Holzstühle und Tische auf denen man allerdings außerordentlich gut herumklettern konnte...den Rest könnt Ihr Euch denken...
So mit und mit wurde mir also mehr oder weniger erfolgreich versucht Wissen zu implementieren (ja, Fremdwörter kenne ich auch).
Diverse Exkursionen, unter anderem in den Kölner Zoo, förderten den Forscherdrang in mir, z.B. kann man auf einem Hirschgeweih auch Wäsche trocken und was passiert, wenn man einem Affen die Bananen klaut (es tat sehr weh).
Nach dem erfolgreichen Besuch der Grundschule folgte nun mein Auftritt im Gymnasium "Haus Overbach" in Jülich-Barmen. Hier habe ich wahre Freunde gefunden. Freunde fürs Leben quasi. Gleichzeitig fanden auch die ersten Gehversuche mit dem Computer statt. Hierbei handelte es sich um einen "McIntosh" von der Firma Apple/Macintosh (von wem auch sonst?) mit folgenden faszinierenden Daten:
7.83 MHz 32-bit Motorola 68000 CPU,
eingebautem 9-inch Monochrom-Monitor,
512x342 Grafik,
400 KB 3.5-inch Sony floppy disk drive,
mouse,
128 KB RAM.
Das waren noch Zeiten....
Na ja, nach einigem hin und her und mehr oder weniger erfolgreichen Jahren an dieser Schule kam es wie es kommen musste, ich kam in die Oberstufe. Gott sei Dank!!! Endlich kein Latein und kein Französisch mehr. Dafür aber Religion schriftlich; ist mir bis heute schleierhaft, wie ich das auswählen konnte. Aber was solls, das Leben ging weiter und ich wurde 18.
Es war Pfingstsamstag ein Tag den ich nie vergessen werde bzw. ein Tag von dem ich ca. 20 Stunden nie vergessen werde. Die restlichen 4 Stunden waren mir bereits am nächsten Tag schon schleierhaft.
Mein erstes Auto: ein Mercedes 200D Bj. 81 also quasi ein UNIMOG-Sport. Höchstgeschwindigkeit 135km/h, aber einen Stern auf der Haube. Uralt, aber gut. Würde ich jederzeit wieder nehmen.
Es folgten folgende Karossen innerhalb der nächsten Jahre:
1993 VW Golf GTI Pirelli Bj. 83
1994 Mercedes 280SE Bj. 81
1994 Opel Kadett E Diesel Bj. 89
1994 Ford Sierra 2.0 Bj. 94
1995 Opel Manta i200 (original GT/E, aber umgebaut (Fotos)
1996 Honda Prelude 2.0EX Bj. 93
1998 Volvo 945 TD Bj. 1995 (geiler Panzer)
1999 Volvo 850 2.5 Metropolitain (sofort wieder)
2000 VW Lupo 3L (das Sparmobil schlechthin)
Sieht nach viel aus? War es auch, aber nicht immer durch meine Schuld. Erstes Auto getauscht gegen Golf GTI, zweites Auto Heckcrash(unschuldig), drittes Auto Frontcrash(unschuldig), viertes Auto (zurückgegeben, da Unfallwagen), fünftes Auto (Motorschaden), sechstes Auto leider für den Alltagsgebrauch nicht mehr zu gebrauchen (zu tief,hart,etc...,Manta eben), siebtes Auto leider sehr durstig ( da zwei Doppelvergaser), achtes Auto leider kapitaler Motorschaden, neuntes Auto wurde leider wegen immer weiter steigender Spritpreise zu teuer, zehntes Auto fährt sich auch heute super.
Aber darauf wollte ich ja nicht hinaus.
Ich war wie gesagt 18 und meine Sturm- und Drangzeit konnte sich nun ungebremst der elterlichen Fürsorge zu ihrerer absoluten Blüte entwickeln.
Dies hat jedoch, Gott sei Dank, keinen Einfluß auf meine Ausbildung zum Energieelektroniker Fachrichtung Betriebstechnik genommen, die ich 1994 am Forschungszentrum Jülich anfing. Diese habe ich 1998 mit Erfolg bestanden und durfte mich von nun an Facharbeiter schimpfen. Aber hierbei sollte es nicht bleiben.
Meinem Geist erschloß sich die tolle Idee, man könne sich ja weiterbilden. Nach einigem hin und her und einigen Gläsern Bier habe ich dann auch bei der IHK in Aachen unterschrieben und fing 1999 damit an. Im April 2002 durfte ich mich dann offiziell "Industriemeister Elektrotechnik Fachrichtung Nachrichtentechnik und Informatik" nennen.
Tja und was macht man als Industriemeister? Eben! Man geht nicht arbeiten, sondern man will ja noch was werden, und so bin ich nach kurzen Umwegen an der Fachhochschule in Wilhelmshaven gelandet.
Drei Jahre später war ich dann nach vielem Haare raufen und kurz vor dem Verzweiflungstod nicht nur fertig mit der Welt, sondern auch mit meinem Studium. Und weil mir das Studieren so gefällt, hab ich dann direkt damit weitergemacht und bin mal nebenbei nach Neuseeland getingelt um nach einem Jahr ein Master degree der University of Otago zu erhaschen.
Irgendwann kann ich dann meinen Enkeln, so ich denn welche haben werde, erzählen, was sie anstellen müssen um vom BAföG direkt in die Rente zu gehen. Allerdings glaube ich nicht, daß es dann noch Rente geben wird. Aber wer weiß...
Also mach ich erstmal mit allem so weiter, wie es jetzt ist, und harre der Dinge die da kommen.....
Mittlerweile bin ich auch fast mit meinem Studium fertig und bereite mich nun wieder darauf vor die Weltherrschaft an mich zu reißen.
Da ich Euch jedoch nicht verschonen kann und will, so muß ich Euch leider hier mit ein paar Bildern von mir belästigen.