Homöopathische Arzneien sollten alleine nach ganzheitlichen Gesichtspunkten verordnet werden. Ich beobachte auch immer wieder, dass Osteopathen, Kinesiologen und andere Therapeuthen, zu ihrer Therapie noch homöopathische Einzelmittel oder Komplexmittel verordnen. Entweder sie haben kein Vertrauen in ihre eigene Therapie oder sie denken viel hilft viel.
Auch Austesten von homöopathischen Arzneien mittels Apparate, kinesiologischer Tests bzw. Pendel oder die Verschreibung anhand nur einiger weniger, oft körperlicher Symptome, haben nichts mit klassischer Homöopathie zu tun und sind unbedingt abzulehnen.
Für die Auswahl des individuell richtigen Arzneimittels ist eine nach den Regeln der klassischen Homöopathie durchgeführte Anamnese sowie anschliessender Fallanalyse unersetzlich.
Die Vereinfachung dieser mitunter ja sehr zeitraubenden Prozedur halte ich für nicht ungefährlich.
Auch können die so ausgewählten Arzneimittel unerwünschte Nebenwirkungen oder gar keine Wirkung erzeugen, was viele Patienten das Vertrauen in die Homöopathie verlieren lässt.
Nebenwirkungen
Leider ist der Irrglaube, dass die homöopathischen Arzneimittel keine Nebenwirkungen haben, weit verbreitet. Dies ist mitnichten der Fall.
Häufig wiederholte Arzneigaben, zu oft gegebene Hochpotenzen oder gar mehrere Mittel auf einmal können einen Krankheitsprozess nach innen drücken, was natürlich auf den ersten Blick nichts mit den homöopathischen Mitteln zu tun hat. So kann häufig verabreichtes Arnika nach Stürzen, auch in einer D6, zu Nasenbluten führen, was eindeutig eine Unterdrückung ist. Ignatia nach Kummer, wenn nicht ganzheitlich verschrieben, kann auf der Neurotransmitterebene zu Veränderungen führen. Sepia, z.B. als Dauermedikation vom Mediziner für Frauen mit Unterleibsbeschwerden gegeben, kann diese Beschwerden, wegen der es gegeben wurde, dauerhaft verändern.
Bitte nehmen Sie Abstand von zu schnell oder zu oberflächlich verschriebenen homöopathischen Mitteln.
Behandeln Sie sich und Ihre Familie nicht selber, denn hier fehlt die nötige Objektivität.
Wie wollen Sie dann bei einer Erstverschlechterung reagieren, wenn bei Ihrem Kind das akute Symptom verschwindet, die chronische Beschwerde aber wieder aufflammt?