Mit der Sea Cloud segelten wir für 4 Tage nach Venezuela.

Ziel war Cariapo. Gegen Nacht sind wir im Orinoco eingelaufen. Die Watchgroup mußte aufpassen wegen dem flachen Wasserstand. Wir fuhren am nächsten Tag mi dem Kanu durch den Dschungel. Alles war sehr arm. Die Häuser auf Stelzen, keine Straßen, Hängematten dienten als Betten. Die Wäsche wurde von den Frauen im Fluß gewaschen. Ich muss sagen, dass ich  mich nicht traute, ein Bild von den Menschen zu machen. Ich kam mir als gaffender Tourist ziemlich dämlich vor.

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Taxi, das sich als solches ausgab nach Puerto Ordaz. Mit einer eingeschlagenen Frontscheibe, über Umwege und einige Dollar leichter kamen wir dort an (er zockte uns ziemlich ab). Anschließend fuhren wir noch nach Alta Vista. Leider kann ich mich nicht mehr sehr gut an die Städte erinnern, ich weiss nur, dass ich mich sehr unwohl fühlte. Es war auch das krasse Gegenteil zu den Orten im Dschungel. Überall bewaffnete Polizisten, unsere Dollars wollte keiner wechseln (wahrscheinlich dachten sie es wäre Falschgeld) und die meisten Geschäfte waren zu. Essen und Taxis sind in der Regel billig, wenn man das richtige erwischt und den ungefähren Preis weiss. Was noch billig war, sind Timberlandschuhe (Stiefel). Die kosteten zu dieser Zeit ca. 70 USD.

Mein Entschluss war von diesem Tag, dass ich Venezuela nie mehr betreten werde. Ich hatte mich bisher selten so unwohl und unerwünscht gefühlt.

Am nächsten Morgen war die Rückfahrt Richtung Atlantik. Es hatte viel Seegang und sehr viel Regen. Ich sah zum ersten Mal auf meiner Zeit auf der Sea Cloud Hunderte von Delphinen auf dem Orinoco, die unserem Schiff folgten.

 

Venezuela

 
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